Famos-Messe in Sonneberg eröffnet Geballte Ladung an Infos zu Ausbildung und Praktika

Von Cathrin Nicolai

Rund 70 Aussteller sind in diesem Jahr bei der Ausbildungs- und Fachkräftemesse in der Sonneberger Eishalle dabei, um die jungen Leute bei der Wahl ihres Berufes zu unterstützen.

Die heimische Wirtschaft sucht dringend Fachkräfte, die jungen Leute brauchen eine Perspektive für ihr künftiges Berufsleben. Warum also nicht beide Parteien zusammenbringen? Das dachten sich auch die Mitglieder des Wir-Vereins und organisieren nun schon seit einigen Jahren die Fachkräfte- und Ausbildungsmesse Famos. „In diesem Jahr nach zwei Jahren digital auch endlich wieder in Präsens“, freut sich nicht nur der Vorsitzende des Vereins Peter Soyer zur Eröffnung am Donnerstagfrüh.

Nicht alle Firmen wollten mit Blick auf Corona mit einem Messestand vor Ort sein und nutzen auch in diesem Jahr die digitale Version. Dennoch sind mit 70 Ausstellern mehr in die Eishalle gekommen, als erwartet. Für Peter Soyer ein Zeichen für Optimismus, aber auch für die Leistungsfähigkeit der Region. Bürgermeister Heiko Voigt kann sich dem nur anschließen. „Wir brauchen die Wirtschaft, denn sie sorgt dafür, dass Geld vorhanden ist“, sagt er. Ohne die kleinen und großen Unternehmen funktioniere nichts. Deshalb müsse man auch rechtzeitig an die künftigen Mitarbeiter denken. Gerade hier hat Heiko Voigt jedoch ein wenig Befürchtungen, dass dieses Thema angesichts anderer Herausforderungen, denen sich die Firmen zurzeit stellen müssen, ein wenig in den Hintergrund gerät. „Früher habe ich in Gesprächen mit Wirtschaftsunternehmen als erste Sorge immer den Fachkräftemangel gehört, heute sind es die Energie- und Verkehrswende und der Ukrainekrieg“, erzählt er. Umso mehr freut er sich, dass es gelungen ist, die Messe auf die Beine zu stellen.

Bei einem Rundgang kommen die Gäste und Vereinsmitglieder schnell mit den Ausstellern ins Gespräch. Genau wie jungen Leute, denn inzwischen ist der erste, kostenlose Pendelbus eingetroffen. Lena von der Sonneberger Bürgerschule interessiert sich für die Pflege und steuert ganz bewusst den Stand von Regiomed an. Romy Müller und ihre Mitstreiter klären sie über den Ausbildungsberuf genau auf. „Klar könnte man auch zu uns in Krankenhaus kommen“, ist Romy Müller überzeugt. Doch hier auf der Messe ist es doch ein wenig anders, erreicht man doch einige, die sich vielleicht noch nicht mit dieser Berufsrichtung angefreundet hatten. Gern empfiehlt sie den jungen Leuten ein Praktikum. „Danach hat jeder einen Einblick und kann besser entscheiden, ob es ihm gefällt“, begründet sie. Schön ist es auch, wenn Mutti oder Vati dabei sind, denn sie haben in der Regel noch andere Fragen, an die ein Acht- oder Neuntklässler noch nicht denkt. Vorbei an der SSBS, der Bundespolizei, der Spachschule, der IHK, Alha-Plastik, Mann und Hummel der Diez-Fördertechnik und vielen anderen Betrieben der Region steuern einige auch die Handwerkskammer an. „Wir sind hier für unsere Mitgliedsbetriebe und Innungen, denn nicht jeder kleine Handwerker kann heute hier dabei sein“, verrät Tina Holland-Pfötsch. Neben der Vermittlung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen in den verschiedenen Bereichen weisen sie und ihre Kollegin Sabine Fischer auf Sommer der Berufsausbildung hin, eine Aktion des Zentralverbandes des Handwerkes, bei dem die Handwerkskammer Südthüringen gerne mitmacht. Ziel dabei ist es, den jungen Leuten mit verschiedenen Aktionen Lust auf die Ausbildung machen. „Wir sind da unter anderem bei einigen Schulen auf dem Pausenhof“, erklärt die junge Frau.

Garantiert schon mal gesehen hat jeder ein Bofrost-Auto. Aber da lernen? „Natürlich“, ist Lars Bolle überzeugt. Er ist das erste Mal bei Famos dabei und kann den jungen Leuten eine Ausbildung in seinem Unternehmen nur empfehlen. „Verkaufsfahrer, Werbetalent und und und“, zählt er auf und macht an seinem eigenen Beispiel deutlich, das man tolle Aufstiegsmöglichkeiten hat. „Ich habe vor sechs Jahren angefangen und bin heute Bezirksleiter“, sagt er stolz.

„Ich möchte Verfahrensmechaniker werden“, spricht Lucas die Mitarbeiter von Harris Feintechnik aus Eisfeld ganz gezielt an. Sebastian Schwabbacher zückt das Tablet und sucht die Berufsbeschreibung, um dem jungen Mann ganz genau zu erklären, was er dafür braucht und wie die Ausbildung aussieht. Einige, so weiß seine Kollegin Doreen Albrecht, haben sich bereits im Internet über das Stellenangebot des Unternehmens schlau gemacht, kommen aber hier auf der Messe noch mal vorbei, um im Gespräch die Feinheiten zu klären.

„Sie dürfen sich gerne etwas mitnehmen“, empfiehlt Ralf Voigt von der Fuchs-Gruppe und zeigt auf das breite Angebot von Gewürzen. Ebenso vielfältig sind die Möglichkeiten der Berufsausbildung, das vom Werkzeugmechaniker über den Lagerlogistiker bis hin zum Elektroniker reicht. „Aber leider nur wenig interessant für die Sonneberger“, bedauert der junge Mann ein wenig. Angesiedelt in Schönbrunn müssten sich die jungen Leute ein Zimmer oder eine Wohnung nehmen, um beim größten, deutschen Gewürzhersteller zu lernen. „Jeden Tag zu fahren, ist einfach zu weit“, erklärt er.

Mit einer Vielzahl von neuen Eindrücken und einer Menge Infomaterial verlassen die jungen Leute die Eishalle. „Wirklich toll, so geballt Infos rund um die Ausbildungsmöglichkeiten zu bekommen“, sind die meisten begeistert und können einen Besuch der Famos nur jedem empfehlen. Gelegenheit dazu gibt es noch einmal am heutigen Freitag, 20. Mai, von 8 bis 16 Uhr.

 

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