„Feuer!“ Direkt auf dem Fambacher Platz der Republik brannte ein Haus. Lichterloh. Brandstifter war Maximilian Ilgen. Als Feuerwehrmann beherrscht man auch das. Und Menschen hatten sich am frühen Freitagabend in Fambach schon jede Menge angesammelt. Brände sprechen sich im Dorf wie Lauffeuer herum. Doch Spaß beiseite - die Brandbekämpfer feierten ihren 100. Geburtstag. Und wagten deshalb eine Zeitreise. Mit gleich zwei Schauübungen. Der einstige Kreisbrandinspektor Klaus Kleimenhagen begrüßte die „alten Kameraden“ – sie warteten am ehemaligen Spritzenhaus auf ihren Einsatz – alle persönlich. „Blamiert mir ja die Innung nicht“, scherzte er. Und schon ertönte die alte Handsirene – Jannik Petter bediente sie. Das war das Signal für die neun einstigen ersten Männer, die heute längst zur Alters- und Ehrenabteilung gehören. Ab in den B 1000. Ruck, zuck waren die alte Tragkraftspritze (TS) aufgestellt, die Leitung gekuppelt und die Schläuche ausgerollt. „Löschen, löschen“, schrien die Kinder. Das übernahm der Angriffstrupp, erstmal mit der Kübelspritze. So was geht ganz schön auf die Armmuskulatur. Endlich rückte der Rest der Wehrleute mit den Schläuchen an. Tatsächlich hatten sie sich überanstrengt. „Pause“, lautete der Befehl und jeder zückte einen Löschzwerg. „Prost“ – jetzt wurde erst mal der Durst gelöscht. Danach ging alles ganz hurtig. Das Feuer war in Windeseile nieder geknüppelt. Zu guter Letzt bekamen die Kinder noch eine Dusche. Moderator André Stötzel sprach der Alt-Herren-Riege ein dickes Lob aus und Klaus Kleimenhagen meinte: „Sie können es noch“. Kaum war der erste Brand gelöscht, hörte man aus einem Wohnblock gegenüber einen Rauchmelder. Melina setzte gekonnt einen Notruf ab und schon traf die aktuelle Rettungsmannschaft ein. Ein Kellerbrand mit Menschenrettung wurde simuliert. Dabei kamen Steckleitern zum Einsatz. Die Kameraden trugen schweren Atemschutz. Die Gäste konnten die Rettungskette, so wie sie heute funktioniert, haargenau beobachten. Weil das Ereignis dann doch größer war, wurden die Breitunger nach alarmiert. Genauso traf eine Abordnung aus Schmalkalden mit der Drehleiter ein. Auch die SEG aus Niederschmalkalden war vor Ort. Die Übung gestaltete sich zur spektakulären Schau. Andre Stötzel erklärte das Vorgehen verständlich und für jedermann nachvollziehbar. Zwischen beiden Übungen lag freilich etwas Zeit – das war geplant, denn die Fambacher wollten ihren Gästen die Arbeit von ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleuten haarklein vorstellen. Über eine große Leinwand wurden einige Wehrleute vor dem Einsatz gezeigt. Ortsbrandmeister Kevin Heller beispielsweise saß beim Abendbrot mit der Familie, Ingmar Schunk ließ sich gerade die Haare schneiden, Markus Ulrich sonnte sich am Pool. Als die Melder ertönten blieb alles liegen und stehen – die Feuerwehrmänner flitzten ins Gerätehaus, steigen in ihre Ausrüstung und ins Auto. Und siehe da – das Fahrzeug erreichte just in dem Moment als der Film an dieser Stelle war, den Einsatzort. Ein großer Aufwand für ein großes Jubiläum. Der Auftakt war gelungen.
Fambach Sie löschten – auch den Durst
Annett Recknagel 11.08.2024 - 16:42 Uhr