Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringens, Reinhard Schramm (SPD), hat den Ruf der Südthüringer CDU nach einem Parteiausschluss der stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden Karin Prien als „schmerzlich“ bezeichnet und scharf kritisiert. „Rechtsextremistische und antisemitische Formulierungen von Herrn Maaßen machen nachdenklich bis ängstlich“, erklärte Schramm am Wochenende. Nun zur Verteidigung Maaßens nicht nur eine „Attacke“ gegen den eigenen Bundes- und Thüringer Landesvorstand zu reiten, sondern diese auch noch persönlich gegen die Jüdin Prien zu richten, erinnere ihn an die Forderung von Björn Höcke (AfD) nach einer „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“. Prien, Bildungsministerin in Schleswig-Holstein und Sprecherin des Jüdischen Forums der CDU, gehöre zu den ganz wenigen Juden, die hohe politische Ämter bekleiden. „Ihre Familie musste einst aus Deutschland fliehen. Rechtsextremistische und antisemitistische Gefahren können Juden nicht übersehen, auch mich mahnen meine mitten in Deutschland ermordeten Angehörigen“, sagte Schramm. Antisemitische Anklänge wie bei Hans-Georg Maaßen müssten Prien besonders provozieren. Da sei es „verständlich, dass sie sich dem SPD-Kandidaten und Leistungssportler Frank Ulrich näher fühlt als Herrn Maaßen“, so der 79-jährige Ilmenauer, der selber SPD-Mitglied ist. „Denken Sie nochmals nach, bevor Sie Ihre Partei und damit die Demokratie schwächen“, lautet die Aufforderung Schramms an die Südthüringer CDU-Kreisverbände.