Die Öffnung der Straße von Hormus ist inzwischen eine der Schlüsselfragen in dem Konflikt. Der iranische Machtapparat betont, er wolle in Abstimmung mit dem Oman, dem anderen Anrainerstaat, eine Gebühr von Schiffen kassieren, die die Meerenge passieren. Die USA lehnen eine Maut vehement ab.
Umweltschäden als Argument
Der Iran verweist bei seinem Plan, für die Durchfahrt der Straße von Hormus künftig eine Gebühr zu kassieren, auch auf die von passierenden Schiffen verursachten Umweltschäden. Die Parteien, die vom Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus profitierten, hätten eine rechtliche und moralische Verpflichtung, zur Behebung dieser Schäden beizutragen, forderte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, auf X.
Baghai wies als Beispiel auf eine jüngste Ölverschmutzung entlang der Küste der in der Meerenge liegenden iranischen Insel Gheschm hin. Vorläufigen Erkenntnissen zufolge sei ein ausländischer Frachter dafür verantwortlich. Genauere Angaben machte er dazu nicht.
Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi schrieb auf der Plattfom X, die Ölverschmutzung vor Gheschm sei "eine Folge der ausländischen militärischen Aggression in der Region." Solche Umweltschäden unterstrichen einmal mehr die dringende Notwendigkeit für den Iran, einen Verwaltungsmechanismus für die Straße von Hormus festzulegen und umzusetzen. Umweltschützer weisen regelmäßig darauf hin, dass aufgrund des Iran-Kriegs die Gefahr groß sei, dass Schiffe beschädigt oder getroffen werden.
US-Militär kontert Klagen über Missstände auf Flugzeugträger
Das US-Militär wies unterdessen Berichte über Missstände auf dem im Nahen Osten eingesetzten Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" zurück. Die Matrosen und Marines blieben widerstandsfähig und entschlossen, nachdem sie mehr als 260 Tage auf See verbracht hätten, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom mit. Anders als berichtet sei kein Besatzungsmitglied an Bord des Flugzeugträgers ums Leben gekommen.
Iranische Medien hatten berichtet, bei gewaltsamen Auseinandersetzungen an Bord des Flugzeugträgers seien sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Stimmung an Bord sei angespannt.
Laut Medienberichten soll der Flugzeugträger aus dem Nahen Osten abgezogen und durch die "USS George Washington" ersetzt werden. Das berichteten das "Wall Street Journal" sowie die US-Sender CNN und NBC News unter Berufung auf Insider. Laut CNN war der Austausch der Schiffe allerdings bereits vor den Beschwerden geplant.