Tiefeneinsätze dieser Art seien selten, erklärt Kedioglu, nur einige Male im Jahr komme es zu vergleichbaren Vorfällen. Die spezielle Robotertechnik werde hauptsächlich in der marinen Industrie, bei Unterwasserforschung sowie für Inspektionen verwendet. Such- und Rettungseinsätze in Tiefen von über 500 Metern hingegen seien extrem selten. In der Türkei verfügen nur zwei spezialisierte Rettungsschiffe der Marine über ferngesteuerte Unterwasserroboter, kurz ROV genannt, die für Tiefen von 500 bis 1.000 Metern ausgelegt sind.
Wie werden Menschen geborgen, die sich unter dem Wrack oder im Inneren des Wracks befinden?
Da der Einsatz menschlicher Taucher in der Tiefe ausgeschlossen ist, erfolgt der Versuch der Bergung laut Kedioglu ausschließlich mit ROVs. Diese seien mit mechanischen Greifarmen ausgestattet. Kann ein ROV in offene Bereiche des Wracks vordringen, würde er eine Person mit dem Greifarm fassen und herausziehen können. An engen Stellen oder in geschlossenen Kabinen, die der Roboter wegen seiner beschränkten Manövrierfähigkeit nicht erreicht, stoße diese Methode jedoch an ihre Grenzen. Ein Anheben des gesamten Schiffswracks zur Bergung der Opfer schließt Kedioglu aus: Das Schiff sei zu schwer, eine Bergung wäre extrem teuer und eine Verankerung in 510 Metern Tiefe sei technisch unmöglich.