Ruhe statt Adrenalin: "Es ist sehr anspruchsvoll, mental ruhig zu bleiben, während der Körper eigentlich auf Alarm schalten sollte. Aber wenn es gelingt, ist man in einem meditativen Zustand und schaltet völlig ab", sagt Nils Heininger, Vizevorsitzender von Aida Deutschland. Der Verein ist auf mehr als 300 Mitglieder angewachsen. "Das sind die Tauchgänge, nach denen Freediver irgendwann beinahe süchtig werden."
Blaskapelle für die Fische
Obwohl der Tauchgang nur etwa drei Minuten dauert, bringe er einen anderen, entspannten Kontakt zur Unterwasser-Welt mit ihren Fischen. "Wenn da vier oder fünf Gerätetaucher durchschwimmen, dann ist das für die Fische, als wenn eine Blaskapelle durchmarschiert", sagt der Aida-Vorsitzende Michael Nedwed. Viele reize auch die Einfachheit, Tauchen mit wenig Ausrüstung - "back to the roots".
Immer neue Grenzen
Lange Zeit ging man davon aus, dass ein Mensch ohne technische Hilfsmittel nicht tiefer als etwa 40 Meter tauchen kann. Nun liegt der Rekord im Meer in der Disziplin Free Immersion bei 137 Metern. Ähnlich wie beim Höhenbergsteigen, bei dem ein Aufstieg am Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff vor Reinhold Messners und Peter Habelers Erfolg als unmöglich erschien, bleibt die Frage: Wo liegt die Grenze menschlicher Leistungsfähigkeit - und wie weit lässt sie sich durch Technik und Training verschieben?
Die Hauptgefahr beim Freitauchen ist Bewusstlosigkeit durch Sauerstoffmangel. Apnoetaucher halten ihren Sport dennoch für nicht gefährlicher als andere Sportarten. Wettkämpfe fänden unter streng kontrollierten Bedingungen statt, mit Sonar, Gegengewichtssystem und mehreren Sicherungstauchern, erläutert Marinković. "Wir können die Bedingungen sehr gut kontrollieren."