Exkursion Der Spanshügel – Grenzpunkt, Aussichtspunkt, Landwehr

Aussicht vom Spanshügel. Foto: /Thomas Schwämmlein

Der Spanshügel bei Schlechtsart ist Ziel einer Exkursion des Geschichtsvereins Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) am Samstag, 18. September.

Schlechtsart - Der Spanshügel bei Schlechtsart ist Ziel einer Exkursion mit dem Sonneberger Kreisheimatpfleger Thomas Schwämmlein, zu der die Bezirksgruppe Seßlach des Geschichtsvereins Colloquium Historicum Wirsbergense am Samstag, 18. September, einlädt. Der Untertitel „Grenzpunkt, Aussichtspunkt, Landwehr“ enthält auch die Stichpunkte zu der seit dem 19. Jahrhundert im Fokus der Heimatforschung stehenden markanten Höhe. Als Aussichtspunkt listen ihn Wanderführer und Wanderkarten und tatsächlich bietet sich von dort ein sehr weiter Blick über das Heldburger Unterland bis hin zum Großen Gleichberg. Die weite Sicht könnte auch hinter dem Flurnamen stehen, den Namenskundler auf das weite Spähen, etwas despektierlich auch „spannen“, zurückführen.

Allerdings liegt der Spanshügel nicht einfach nur als steiler Hügel auf einem nicht minder steilen Bergrücken, von dem man aus weit schauen kann. Bereits 1895 hatte der Römhilder Arzt und Archäologe Gottlieb Jacob dort eine kleine Wallanlage beschrieben und wusste, hier die Aussagen von Einheimischen wiedergebend, von Steintreppen in einen Keller zu berichten. Die älteren topografischen Karten zeigen noch das über den Spanshügel verlaufende Wall- und Grabensystem der „Sächsischen Landwehr“. Auch wenn die Anlagen der innerdeutschen Grenze große Teile der Landwehr überdecken, haben sich doch im Umfeld des Spanshügel Teile dieses spätmittelalterlichen Wall-Graben-Systems erhalten. Ein Teilstück dieser zwischen dem zur Pflege Coburg gehörenden Amt Heldburg und der Grafschaft Henneberg angelegten Landwehr wurde 1424 erwähnt. Die Hochphase solcher Befestigungen lag zwischen 1350 und 1550. Im Heldburger Raum grenzte sich so das wettinische Herrschaftsgebiet gegen die Grafschaft Henneberg und das Hochstift Würzburg ab. Weniger die Landesverteidigung als die Wahrung der Landeshoheit gedachten die Territorialstaaten damit zu bewerkstelligen. Vor allem wurde durch Graben, Wall und dichte Heckenstreifen der Verkehr auf wenige, kontrollierbare Durchgänge, so auch in der Nähe des Spanshügel einen solchen zwischen dem sächsischen Schlechtsart und dem würzburgischen Trappstadt, beschränkt. Einerseits konnte so niemand Zoll- und andere Abgaben auf diversen „Schleichwegen“ umgehen, wie auch Räuber, Bettler oder andere als kriminell diskreditierte Gruppen ferngehalten werden konnten. Auf dem Spanshügel vermutet die archäologische Forschung einen Wartturm, worauf die noch erhaltenen Wälle hindeuten.

Treffpunkt für die Exkursion „Der Spanshügel – Grenzpunkt, Aussichtspunkt, Landwehr“ ist um 15 Uhr der Parkplatz am ehemaligen Grenzstreifen zwischen Schlechtsart im Landkreis Hildburghausen und Trappstadt im Landkreis Haßberge. Anmeldung erbeten bei Manfred Kellner Telefon (09567)1217 oder Email: mc.kell@web.de. Für die Exkursion wird festes Schuhwerk empfohlen.

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