Europäischer Dorferneuerungspreis Steinbacher holen Medaille – und machen weiter

red

In Hinterstoder kamen zwei Tage lang mehr als 600 Menschen aus zwölf Nationen und 25 europäischen Regionen zusammen. Und auch eine Delegation aus Steinbach war bei der Verleihung des europäischen Dorferneuerungspreises dabei.

Eine Urkunde und eine Plakette nahmen die Steinbacher und Bad Liebensteins Bürgermeister Michael Brodführer (CDU) im oberösterreichischen Hinterstoder entgegen – als Anerkennung für ihre Silbermedaille im Rahmen des europäischen Dorferneuerungspreises.

Mit leeren Händen war die 15-köpfige Gruppe aus dem Bad Liebensteiner Ortsteil nicht angereist, berichtete Stefanie Kießling vom Verein Steinbach hat Zukunft. Im Gepäck waren reichlich Werbematerial für ihr Dorf, die Region um Bad Liebenstein und den Thüringer Wald, dazu Steinbacher Wurst, Messer und Bier. Auf einer Art Dörfermesse rührte die Delegation erfolgreich die Werbetrommel für ihr Bergdorf und Thüringen. An vielen tschechischen, ungarischen, holländischen oder bayrischen Küchentischen werden zukünftig die Steinbacher Messer wertvolle Dienste leisten.

Bei zahlreichen Erkundungsgängen und Gesprächsangeboten nutzten die Steinbacher außerdem die Möglichkeit, beispielhafte Dorfentwicklungsprojekte kennenzulernen, große und kleine Ideen zu sammeln, sich über Schwierigkeiten und Lösungsmöglichkeiten auszutauschen.

Zur feierlichen Preisverleihung übergaben unter anderem Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, und der Landeshauptmann von Oberösterreich, Thomas Stelzer, die Urkunden und Plaketten an die Dörfer.

Die Steinbacher ließen es sich gewohntermaßen nicht nehmen, die vorgesehenen Zeremonieregeln großzügig auszulegen, getreu dem Motto: wo für zwei Personen Platz ist, ist auch Platz für drei. So nahmen stellvertretend für das ganze Dorf Bürgermeister Brodführer, der Steinbacher Mann für alle Fälle Franz Malsch und Stefanie Kießling die Plakette und Urkunde entgegen. Mit dabei war auch eine kleine Delegation aus dem Zwillingsdorf Steinbach an der Steyr, das nur 35 Kilometer entfernt von Hinterstoder liegt. Im angrenzenden Festzelt in Hinterstoder und in Steinbach im Saal des Grünen Baumes bejubelten die übrigen Einwohner des Bergdorfes bei Livestream und Bier den feierlichen Moment.

Besonders – wenn auch nicht namentlich – hob in seiner Rede das Jurymitglied Helmut Innerbichler Steinbachs Engagement hervor. Ihm war nicht verborgen geblieben, dass die Steinbacher den europäischen Gedanken leben und kurzerhand drei ukrainische Geflüchtete zur Preisverleihung nach Österreich mitgenommen hatten.

Bei einer zünftigen Feier aller teilnehmenden Dörfer zusammen mit der Jury nutzte die Steinbacher Delegation nochmals die Möglichkeit, neue nationale und europäische Bekanntschaften zu knüpfen. Michael Brodführer freut sich bereits auf die Projekte, die aus dem neuen Netzwerk erwachsen können: „Wir haben in Hinterstoder den Wettbewerb um den europäischen Dorferneuerungspreis abgeschlossen, aber nicht den Steinbacher Zukunftsprozess.“ Vergangenes Wochenende seien viele neue Türen geöffnet worden. Dass Steinbach europäisch denken kann, beweise es regelmäßig: „beim internationalen Glasbachrennen, beim Zwillingsdorfprojekt mit Oberösterreich und in der Ukrainehilfe“, betonte der Bürgermeister.

Vor der Heimreise stand noch ein Arbeitstreffen mit Vertretern aus dem nahe gelegenen Steinbach an der Steyr an. Zusammen arbeiten die beiden Dörfer an einem sogenannten transnationalen LEADER-Projekt, das gemeinsame Exkursionen, Workshops, einen Tag der Direktvermarktung und ein Forschungsprojekt beinhaltet. Wenn alle bürokratischen Hürden genommen sind, soll schon im Herbst eine österreichische Delegation nach Thüringen kommen, der Gegenbesuch steht dann im nächsten Frühjahr an.

Ihre Plakette und Urkunde werden die Steinbacher stolz an geeigneter Stelle öffentlich sichtbar präsentieren, spätestens zum nächsten Steinbacher Zukunftsstammtisch, der für den 3. Juni geplant ist, teilte Stefanie Kießling mit.

 

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