Erlau 340 Enten schwimmen um die Wette

340 Enten schwimmen Sonntagmorgen auf der Erle. Das 2. Erlauer Entenrennen wird eine Mordsgaudi beim Dorffest in Schleusingens Ortsteil.

Erlau - Spannung liegt in der Luft an diesem Sonntagmorgen im Schleusinger Ortsteil Erlau. Denn mit dem 2. Erlauer Entenrennen beginnt das Dorffest. Der Morgen ist kühl, es ist Herbst, und der steht ab Mittwoch auch im Kalender. Aufgeregte Kinder mit ihren Eltern, Omas und Opas stehen am Ufer der Erle. „Da, die blaue dort ist meine“, ruft ein kleiner Knirps. Ein ganzer Entenpulk liegt schon im Wasser und immer noch nehmen Michael Fuhrmann, der Herr über die Entenfamilie, und sein Organisationsteam Anmeldungen entgegen. Schon seit Tagen konnten die weißen Plasteenten für drei Euro in Kindergärten und Grundschule erworben werden. Jede mit einer Startnummer auf dem Bauch.

Weiß sind sie nicht mehr, als sie ins Rennen geschickt werden. Da gibt es die tollsten Kreationen, Spidermann, Super Mario, Fuchs und Hase, mit Federn, kribbelbunt, mit viel Glitzer. Der Fantasie sind eben keine Grenzen gesetzt. Jetzt, mit zwanzigminütiger Verspätung ruft Moderator Wolfgang Triebel zum Countdown. Und nun dürfen sie schwimmen, vorzugsweise tun sie das in Seitenlage. Auf zwei Beinen laufen am Erleufer die Enteneltern mit.

Bemalt in Vereinsfahren

„Meine ist hängen geblieben“, stellt Xenia aus Erlau fest. Ihre Ente ist in blau-gelb bemalt, so wie die Farben ihres Vereins, dem SCC Slusia Schleusingen, indem die Zehnjährige tanzt. Die Rennstrecke ist ist gut präpariert und von Ästen und Hindernissen befreit. Dennoch bleibt die eine oder andere am Ufer hängen. Wie Xenias Ente werden sie befreit und angestubst. Dazu sind drei junge Männer als Entenjäger in den Fluss gestiegen. Schließlich sollen alle Entchen ihr Ziel am Erlauer Sportkomplex erreichen. Aber welche ist die schnellste?

340 Entchen, sagt Michael Fuhrmann, sind auf der Erle unterwegs. Sie kommen aus allen Schleusinger Ortsteilen und darüber hinaus. Sogar aus Spanien ist eine Ente am Start, allerdings nicht direkt, ihre Enteneltern sind zu Besuch hier. Zwei Mädchen warten an der ersten Brücke, halten Ausschau nach ihren Enten. „Meine ist schwarz, rot und grün“, erzählt Darya aus Waldau. „Und meine hat alle Farben, außer pink“, sagt Emelie, die aus Suhl gekommen ist.

Es ist ein Riesenspaß und beste Stimmung, vor allem bei den Einheimischen, denn ihre Kreisoberliga-Mannschaft von Grün-Weiß hat am Samstag beim Derby das Team vom Schleusinger SC 07 mit 3:1 besiegt.

Jetzt kommt ein großer Entenschwarm an der kleinen Brücke an. Der sechsjährige Georg aus Erlau, der gerade in die Schule gekommen ist, sucht seine Ente. „Die sieht aus wie ein Wolf“, verrät er. Seine große Schwester Lucy (14) hat eine Fuchs-Ente gezaubert. Wolf und Fuchs sind zwar nicht unter den ersten zehn, aber das macht nichts.

Endlich wieder Blasmusik

Mittlerweile geht es auf Mittag zu. Auf dem Festgelände im Sportkomplex, der den Namen des 2012 verstorbenen Bürgermeisters Willi Büttner trägt, wird zum Mittag gerüstet. Gulasch, Klöße und Rotkraut oder das Alternative vom Grill, Geduld ist gefragt, denn viele wollen das Angebot nutzen. Als um zwölf die Breitenbacher Blasmusik zum Mittagsschoppen spielt, haben die Musiker unter Leitung von Kai Helbig einen ungewohnten Anblick. Und der witzige Moderator Bernd Ludwig kann es kaum fassen: „Nach eineinhalb Jahren wieder spielen zu können und vor solch großem Publikum, das ist unglaublich. Es ist gut, dass wir wieder auf dem Weg zur Normalität sind.“ Doch die Kinder werden unruhig, warten auf die Siegerehrung. „Wir wollten damit warten, bis die Leute in Ruhe gegessen haben“, erklärt Wolfgang Triebel einem Jungen. Und dann ist es doch endlich soweit. Michael Fuhrmann dankt zunächst dem Schwimmmeister im Erlauer Waldbad und seinen Helferinnen. Mario Zerrenner hatte in den Sommerferien Schwimmkurse organisiert, die dankbar angenommen wurden. „Da beim Erlauer Sportclub seit einigen Monaten auch eine Abteilung Schwimmen angesiedelt ist, werden wir auch in Zukunft Schwimmkurse organisieren“, lädt Michael Fuhrmann ein, das Angebot anzunehmen.

Und dann dürfen sich zehn Enteneltern freuen. Ihre Schwimmer waren als erste am Ziel, darunter auch der Super Mario. Mit Urkunden und Preisen werden alle zehn Kinder bedacht. Wolfgang Triebel beglückwünscht sie so nett wie kleine Helden. Die schnellste Ente aber ist die von Willi Krämer, der mit seiner Schwester den Entenpokal und einen Scooter ganz gelassen entgegen nimmt. Und die lahme Ente, die letzte? Auch sie bekommt einen Trostpreis. Am Nachmittag nach dem Fußballspiel der zweiten grün-weißen Mannschaft gegen Bedheim/Stressenhausen unentschieden 3:3 endet, stehen Spiel und Spaß für Kinder mit Disco und Riesenhüpfburg auf dem Programm. Nur schade, dass es echt etwas zu kühl ist für ein Open-Air-Dorffest, das Erlauer Sportverein und Erlauer Feuerwehr gemeinsam präsentieren.

 

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