Erklärbär Tanzsport – Haltung und Harmonie

Der Erklärbär: Wie geht Tanzsport?

Allgemein

Tanzsport ist eine ungeheuer vielfältige Sportart. Betrieben werden unter anderem Lateinamerikanische Tänze, Standardtänze, Rock ’n’ Roll, Boogie-Woogie, Bugg, West Coast Swing, Orientalischer Tanz, Modern Line Dance, Cheer Dance, Hip-Hop, Showdance, Discodance, Stepptanz, Breakdance, Electric Boogie, Jumpstyle, Contemporary, Jazz und Modern Dance. Welche Tänze sportlich ausgeübt werden, unterscheidet sich von Land zu Land. Die ersten drei genannten sind auch bei den World Games vertreten. Lateinamerikanische Tänze und Standardtänze sind am häufigsten auf Tanzturnieren vertreten. Dort treten Einzeltänzer, Tanzpaare oder Tanzformationen gegeneinander an. Wertungsrichter beurteilen die Darbietungen unter verschiedenen Gesichtspunkten und vergeben Punkte oder Platzierungen. Turniere gibt es sowohl für den Breiten- als auch für den Leistungssportbereich. Dabei wird entweder eine einstudierte Choreografie aufgeführt oder ein eingespieltes Musikstück frei interpretiert. Der Tanzsport hat keinen anerkannten weltweiten Dachverband und keine ordentliche Hierarchie von Sportverbänden. Die World Dance Sport Federation (WDSF) ist die weltweit größte Vereinigung von Tanzsportverbänden im Amateurbereich und wird durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) anerkannt. Seit 2006 führt sie jedoch auch im Profibereich Turniere durch. Ihr Ziel ist es, dass Tanzsport ins olympische Programm aufgenommen wird.

Standardtänze

Zu den Standardtänzen gehören Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Foxtrott/Slowfox und Quickstep. Standardtänze sind Bewegungstänze, bei denen die Tänzer sich raumgreifend – je nach Tanz mehr oder weniger schnell – fortbewegen. Dabei ist der Tango ein Schreittanz, die anderen Tänze werden als Schwungtänze bezeichnet. Weiteres Merkmal der Standardtänze ist der Körperkontakt, durch den die Tanzpartner ohne Unterbrechung verbunden bleiben. Dies erfordert ein hohes Maß an Balance, Haltung und wechselseitiger Führung.

Lateinamerikanische Tänze

Trotz des Namens ist für die Zugehörigkeit eines Tanzes zu den Lateinamerikanischen Tänzen nicht die Herkunft entscheidend. Die fünf Lateinamerikanischen Tänze ähneln sich stark in den technischen Elementen. Die Zugehörigkeit wurde von weltweiten Tanzverbänden festgelegt und richtet sich vor allem nach der Tanztechnik. Von den fünf Lateinamerikanischen Tänzen stammen tatsächlich nur drei aus Lateinamerika: Die Rumba, die Samba und der Cha-Cha-Cha. Der Jive entstand in Nordamerika, der Paso Doble hat seinen Ursprung in Spanien und Frankreich. Charakteristisch für die Lateinamerikanischen Tänze ist die Kommunikation zwischen den Partnern. Weitere Charakteristika sind schnelle Drehungen sowie der häufige Wechsel zwischen treibenden und ruhigen Bewegungsphasen. Anders als bei den Standardtänzen, bei denen in erster Linie die Bewegung des Paares im Raum die tänzerische Botschaft vermittelt, steht hier die aufeinander abgestimmte Bewegung der  Tänzer im Vordergrund. Im Gegensatz zu den Standardtänzen, die in enger Tanzhaltung getanzt werden, stehen die Tanzpartner hier  weiter       auseinander. Ober- und Unterkörper sowie Arme und Beine bewegen sich unabhängig voneinander. Bis auf den Paso Doble weisen alle lateinamerikanischen Tänze deutliche Hüftbewegungen auf.

Karnevalistischer Tanz

Eine besondere Form des Tanzsports ist der karnevalistische Tanz. Tanzmariechen, Tanzmajor, Tanzpaar, Garde- und Schautanz sind seine bekanntesten Disziplinen. Tanzmariechen und -majore müssen eine außergewöhnliche Beweglichkeit sowie Sprünge und Akrobatik kombiniert mit einer natürlichen und fröhlichen Ausstrahlung an den Tag legen. Das Tanzpaar ist geprägt von einer harmonischen Eleganz und Vertrautheit zwischen beiden Partnern. Fließende, akkurate Schritte und spektakuläre Akrobatik kombiniert mit Hebefiguren machen den Reiz dieser Disziplin aus. Die Garde, die aus mindestens sechs Personen besteht, gilt als Königsklasse des karnevalistischen Tanzsports. Hier ist absolute Synchronität gefragt. Es gibt gemischte aber auch rein weibliche oder männliche Garden. Der Schautanz zeichnet sich durch kreative und inspirierende Thementänze aus. Spezielle Turniere für Männerballette dienen  oft eher der Gaudi.

Rock ’n’ Roll

Rock ’n’ Roll ist ein fröhlicher, schneller und sportlicher Tanz im 4/4-Takt, der stark zuschauerorientiert ist. Er ist geprägt von hoher Präzision der Bewegungen bei hohem Tempo und der flüssigen Kombination von Tanz und spektakulärer Akrobatik. Der Tanz entwickelte sich parallel zur Musikrichtung Rock ’n’ Roll.

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