Erfurt Siegesmund will Recht auf Wolfs-Abschuss

Thüringens Umweltministerin Siegesmund fordert vom Bund die Genehmigung, die Ohrdrufer Wölfin abschießen zu lassen. Foto: TMUEN/Tom Wetzling Quelle: Unbekannt

Thüringen unternimmt viel, um für Schäfer das Leben mit dem Wolf leichter zu machen. Doch auch wegen des Problemwolfs bei Ohrdruf fordert die Umweltministerin jetzt Hilfe vom Bund.

Erfurt - Um eine sichere Rechtsgrundlage beim Abschuss von eigentlich geschützten Wölfen zu erreichen, hat Umweltministerin Anja Siegesmund eine Ausnahme im Bundesnaturschutzgesetz für einzelne Tiere gefordert. Mit diesem und anderen Appellen rund um das Thema Wolf wandte sich die Grünen-Politikerin in einem Brief an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) , wie das Thüringer Ministerium bekannt gab. Siegesmund betont darin, dass es bei ihren Forderungen auch darum gehe, Akzeptanz für den Wolf in der Bevölkerung zu schaffen.

In dem Schreiben an die SPD-Politikerin verweist Siegesmund auf die Situation mit der Wölfin bei Ohrdruf (Landkreis Gotha). Das Tier habe nachweislich auch besonders hohe Schutzzäune überwunden, viele Schafe und Ziegen gerissen und Schäfern so erheblichen Schaden zugefügt.

In solchen Fällen, in denen einzelne Wölfe gelernt haben, auch besonders starke Schutzmaßnahmen zu überwinden, müsste ein Abschuss ausnahmsweise erlaubt sein.

Dies sollte im Bundesnaturschutzgesetz rechtssicher geregelt werden, fordert Siegesmund. Denn in Thüringen dauert der juristische Streit auf Landesebene um eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss der Ohrdrufer Wölfin schon länger an. "Den Ländern ist nicht zuzumuten, dass der bundesweite Rahmen dazu einlädt, den Rechtsweg zu gehen", so Siegesmund.

Die Grünen-Ministerin warb bei Schulze auch für mehr Unterstützung auf der Bundesebene bei der naturnahen Weidetierhaltung. Siegesmund kritisierte, dass es bislang immer noch keine bundesweite Prämie für Schäfer gebe - Thüringen dagegen zahle bereits eine Schaf-Ziegen-Prämie.

Zudem forderte sie, über die Ebene der Europäischen Union Möglichkeiten zu schaffen, Weidetierhalter weiterhelfen zu können. Die Unterstützung der Schäfer sei wichtig, um die Rückkehr des Wolfes mit der Tierhaltung zu vereinbaren. dpa

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