Erfurt/Leipzig Polizei kontrolliert Maskenpflicht in Zügen

Immer wieder fallen Menschen in Bus und Bahn auf, die ihren Mund-Nasen-Schutz nicht oder falsch tragen. Mit einer Schwerpunktkontrolle wollten Bahn und Polizei sie eines Besseren belehren. Dabei sind sie vor allem auf Einsicht gestoßen.

Kaum Probleme meldeten Polizisten bei der Kontrolle in einem ICE zwischen Erfurt und Leipzig. Foto: Martin Schutt/dpa Quelle: Unbekannt

Erfurt/Leipzig - Öffentliche Verkehrsmittel sind einer jener Orte, an denen Menschen nur schwer die Mindestabstände einhalten können, die in der Coronakrise Leben retten können. Deshalb gilt sowohl in Bussen als auch Bahnen aller Art in Deutschland schon seit geraumer Zeit die Pflicht, dort Mund und Nase zu bedecken: Mindestens mit einer selbstgenähten Maske, notfalls auch mit einem Schal oder einem Tuch. Immer wieder allerdings wird diese Pflicht von einigen Reisenden entweder ganz ignoriert, oder Menschen tragen ihre Masken so, dass sie kaum die Schutzwirkung entfalten, die sie entfalten können, wenn sie wirklich eng über Mund und Nase gezogen werden.

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Eine besonders häufige Ausführung dieses Falschtragens: Die Maske wird nur über den Mund gezogen, die Nase liegt - in der Regel gut sichtbar - völlig frei. Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat und seine Maske so trägt, verbreitet die Krankheitserreger zuverlässig im Raum. Beziehungsweise im Fall von öffentlichen Verkehrsmitteln eben im Inneren von Bussen, Straßenbahnen oder Zugwaggons.

Um Menschen mindestens auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen oder bei Bedarf dafür auch zur Rechenschaft zu ziehen, hat die Deutsche Bahn nun am Mittwoch in Thüringen erstmals eine Schwerpunktkontrolle durchgeführt - gemeinsam mit Bundespolizisten, was vor allem damit zu tun hat, dass die Stimmung bei solchen Kontrollen schnell kippen kann, wie zahlreiche Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit zeigen. In den vergangenen Wochen sind immer wieder Vorfälle gemeldet worden, bei denen es zu regelrechten Gewaltausbrüchen im Zusammenhang mit Maskenmuffeln oder Maskenverweigerern gekommen ist. Sowohl diejenigen, die Corona für eine Verschwörung halten und sich nicht an die staatlich verordneten Einschränkungen halten wollen, als auch diejenigen, die sich mit diesem Verhalten nicht abfinden wollen, verhalten sich offenbar zunehmend aggressiv. Die deutschen Polizeigewerkschaften hatten diesen Trend erst vor wenigen Tagen beklagt.

Beispiel eins: Vor etwa zwei Wochen eskalierte die Kontrolle der Corona-Beschränkungen in einer Bar in Kaufbeuren derart, dass sich die kontrollierenden Polizisten schließlich etwa 20 Gästen gegenüber sahen, die sie nicht nur beleidigten, sondern schließlich auch körperlich angingen. Ausgangspunkt war die Kontrolle eines 30 Jahre alten Mannes. Schließlich mussten alle Streifenwagenbesatzungen zu der Bar geschickt werden, die in dieser Nacht in der zuständigen Polizeiinspektion verfügbar waren. Die Beamten setzten unter anderem Pfefferspray ein, was zu mehreren Verletzten führte.

Beispiel zwei: Ebenfalls vor etwa zwei Wochen schlug in Zwickau ein Mann mit einer Axt um sich, nachdem er in einem Supermarkt darauf hingewiesen worden war, dass auch dort eine Maske zu tragen sei - immerhin geht es dort ähnlich beengt zu wie in einer Bahn oder einem Bus. Die Axt hatte er im Kofferraum seines Autos gelagert; neben einem mittelalterlich aussehenden Helm.

Derartige krasse Eskalationen hat es zwar bei der Zug-Kontrolle vom Mittwoch nicht gegeben. Nach Angaben einer Sprecherin der Deutschen Bahn hätten die meisten Fahrgäste in den kontrollierten ICEs und REs zwischen Erfurt, Leipzig, Halle und Jena ihre Mund-Nasen-Bedeckungen richtig getragen; was vor allem ein Signal dafür ist, dass sie Rücksicht auf die Menschen um sich herum nehmen, denn die Alltagsmasken schützen anders als manche Masken für medizinisches Personal vor allem die Menschen um den Träger herum; weniger den Träger selbst.

Allerdings hätten die Bahnmitarbeiter und die Bundespolizisten auch "einige wenige" Fahrgäste in den Zügen vorgefunden, die ihre Maske nicht richtig trugen. Darunter sei auch "der Klassiker" des Falschtragens gewesen: die unbedeckte Nase, sagte die Sprecherin. "Tatsächlich hatten alle Fahrgäste ihre Maske dabei." Auf ihr Fehlverhalten angesprochen, hätten sich alle Bahnfahrer einsichtig gezeigt und ihre Mund-Nasen-Bedeckung richtig aufgesetzt.

Die Bahnfahrer, die sich bereits vor der Kontrolle richtig verhalten hätten, hätten positiv auf das Auftauchen der Bahn-Mitarbeiter und der Bundespolizisten reagiert. "Es erhöht das Sicherheitsgefühl der Menschen", sagte die Sprecherin. Und es ist tatsächlich sogar noch mehr als das: Es ist ein Signal, dass geltende Regeln auch durchgesetzt werden.