Erfurt - Welche Löhne gezahlt werden, kann die Politik - mit Ausnahme des Mindestlohns - nicht vorschreiben. Dass die Politik die Arbeitgeber trotzdem stärker an die Kandare nehmen muss, steht für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) fest. Schließlich, sagt Bezirksvorsitzender Michael Rudolph, lägen die Löhne in Thüringen 24 Prozent unter dem Bundesschnitt. Dafür arbeiteten die Beschäftigten pro Jahr auch noch drei Wochen mehr. "Das ist Lohn- und Zeitraub. Diese Ungerechtigkeit muss endlich überwunden werden", so Rudolph. Ihm zufolge gilt für 57 Prozent der Arbeitnehmer kein Tarifvertrag. Zudem bekämen 14 Prozent den Mindestlohn, in Westdeutschland seien es nur 7 Prozent.