Erasmus-Projekttreffen Einmal zum Polarkreis und zurück

Zum Abschluss ihres Erasmus-Projektes reisten Schüler und Lehrer der Regelschule Am Kiliansberg nach Finnland. Sie kamen mit neuen Erkenntnissen und positiven Eindrücken zurück.

Sechs Schüler und drei Lehrer der Regelschule Am Kiliansberg sammelten im Rahmen des Projektes in Finnland viele neue Erkenntnisse, wie Schule funktionieren kann. Foto: /privat

Eine Gruppe von Schülern nahm Ende September gemeinsam mit drei Lehrern der Staatlichen Meininger Regelschule „Am Kiliansberg“ am Abschlusstreffen des Erasmus+ Projekts „The Well – being of students in and out of school“ an der Kaukovainion Koulu in Oulu/Finnland teil. Trotz coronabedingten Unterbrechungen konnte nun das letzte Treffen wieder als „normales“ Projekttreffen stattfinden, zu dem die Unterbringung in finnischen Gastfamilien gehörte. So erlebten die Teilnehmer der Meininger Regelschule die Kultur des Gastlandes hautnah.

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Die finnischen Gastgeber hatten viele tolle Aktivitäten innerhalb und außerhalb ihrer Schule für die Gäste aus Polen, Portugal, Griechenland und Deutschland geplant. Darunter zum Beispiel den Besuch eines Heimspiels des örtlichen Eishockeyteams Kärpät Oulu, das alle natürlich lautstark gemeinsam mit den finnischen Gastgebern unterstützten.

Doch das Programm war selbstverständlich nicht nur touristisch geprägt. Gleich zu Beginn präsentierten die Schüler aller Länder ihre Hausaufgabe, eine Vorstellung der eigenen Schule und der Heimatstadt in der Turnhalle der Schule. Das war Aufregung pur, denn dies fand vor allen Schülern und Lehrern der Gastgeberschule statt.

Erstaunlich waren für die Meininger nicht nur die materielle und personelle Ausstattung der Schule sowie das freie Schulessen für alle Kinder, sondern auch die vielen Möglichkeiten der direkten Unterstützung beim Lernen sowie die kostenlosen Freizeitaktivitäten in und außerhalb der Schule. Gastschüler wie Lehrer nutzten gerne die umfangreichen, unkomplizierten Angebote der direkten Teilnahme am Finnisch-, Mathematik-, Musik-, aber auch Englischunterricht. Alle Türen standen für die Gäste offen, viele Fragen wurden ganz selbstverständlich von Schülern und Lehrerin in Englisch beantwortet.

Der „finnische Weg“

Ab Klassenstufe 3 arbeiten die Kinder an Nähmaschinen oder Werkbänken. Die selbst angefertigten Skateboards oder Stofftaschen finden anschließend zu Hause Verwendung. Noten werden in Finnland von 1 bis 10 vergeben. Schüler haben viel Eigenverantwortung, die sie sehr sinnvoll nutzen. Der umfangreich ausgestattete Jungendklub öffnet seine Türen nicht nur vor Schulbeginn, sondern auch am Abend, genauso wie die Bibliothek der Schule. Im Schulalltag merkt man sehr deutlich, dass die Schule auch „das Zuhause“ der Schüler ist, nicht nur, weil bereits am Eingang die Schuhe gewechselt werden.

Besonderes Augenmerk legten die drei mitfahrenden Meininger Lehrer auf den „finnischen Weg“ bei der Integration von Kindern aus vielen Ländern der Welt – eine Herausforderung, vor die die Regelschule Am Kiliansberg durch die Aufnahme einer stetig wachsende Zahl an Schülern mit Migrationshintergrund ebenfalls tagtäglich gestellt wird.

Zu den Programmaktivitäten gehörte ebenso ein Besuch beim Weihnachtsmann in Lappland und seinen Rentieren sowie des Überqueren des Polarkreises. Im Arktikum in Rovaniemi erfuhren die Projektteilnehmer viel über das Leben der Sami im Einklang mit der Natur. Die Schüler aller am Projekt beteiligten Länder trafen sich außerdem in verschiedenen Workshops, vorbereitet von den Lehrern und Schülern der finnischen Schule. Arbeitssprache war auch hier Englisch.

Nach einem Abschlussabend mit Musik der Schulband und typisch finnischem Abendessen, vorbereitet im Hauswirtschaftsunterricht, hieß es Abschied nehmen, nicht nur von den Gastgebern und Freunden, sondern auch vom Erasmus-Projekt. Voller Eindrücke und Ideen kehrten alle zurück nach Meiningen. Es bleibt aber die Gewissheit, viel gelernt und Freunde getroffen zu haben, mit denen alle in Verbindung bleiben werden, privat und in neuen Projekten.