Entenrennen Regina Madynskis Ente hat abgeräumt

Wenn Erlau zum Entenrennen einlädt, dann kommen Hunderte, die zuschauen wollen. In diesem Jahr sind 220 Enten ins Wasser gesetzt worden – und auf der Zielgeraden gab’s eine Überraschung.

Eine Stunde dauert’s, dann steht fest, wer das dritte Erlauer Entenrennen gewonnen hat. Es ist die Ente von Regina Madynski – der Frau, die im Vorfeld die meisten Entchen unters Volk gebracht hat. Sie ist Verkäuferin in der Erlauer Bäckerei – und kann am Sonntagmorgen gegen 11 Uhr überrascht jubeln. Sie ist nun um eine Kiste Wein „reicher“.

Auf der Zielgeraden im Wasser am Sportkomplex war es übrigens richtig spannend, ja, sogar dramatisch, denn die Führungsente hat kurz vor der Ziellinie schlapp gemacht. Besser gesagt, sie ist hängen geblieben und dadurch weit, weit zurückgefallen. Die nachfolgenden Enten nutzten die Misere und überholten. „Es gab sozusagen einen richtigen Endspurt auf dem Wasser“, sagt Michael Fuhrland, Vorsitzender des Erlauer SV Grün-Weiß. Es ist ein großer Spaß, ein richtiges Volksfest, das am Sonntag zum dritten Mal gefeiert wird. Schon gegen 9 Uhr sind die ersten da, um ihre Enten fürs Rennen anzumelden und nach dem Registrieren am Sammelplatz abzugeben. Am Ende sind es 220 Schwimmer – keiner gleicht dem anderen. „Die großen und kleinen Kinder gestalten sie vorher“, weiß Fuhrland. Und heraus kommen lustige Enten aber auch sehr stilvolle. Eine Queen-Ente ist diesmal mit dabei, eine, die aussieht wie eine Indianer-Ente, eine Schalke-Ente, viele glitzern – die bunte Schar ist eine Augenweide. Einige sind tatsächlich getuned: Deckel beschweren den Fuß oder ein „Schwimmreifen aus Kinderüberraschungs-Dosen“ ist um die Ente herum angebracht. Es gibt einige Kniffe, die, wie Michael Fuhrland einschätzt, aber nicht allzu viel bringen.

Gegen 10 Uhr sind alle Wettschwimmer im Wasser. Die Spannung steigt. Man kann das Knistern hören. Hunderte Kinder, Eltern, Großeltern zählen gemeinsam von zehn bis eins. Und dann heißt’s: Enten los! Alle werden zur gleichen Zeit losgelassen. Dafür sorgen zwei Jäger: Andre und Nico. Nummer drei im Bunde ist Tim Wohlleben. Sie sind in wasserfeste Stiefel und Hosen geschlüpft und stehen im Nass, jeder bewaffnet mit einem Rechen. „Unsere Aufgabe ist es, Enten, die hängen bleiben, zu befreien“, erzählt Nico Jäger. Doch anschubsen dürfen sie nur die weit abgeschlagenen. Ins Rennen vorne einzugreifen – das ist tabu.

Und so startet das dritte Entenrennen – und der Tross läuft neben der Erle entlang in Richtung Sportplatz. Auf dem gesamten Weg werden die Schwimmer angefeuert. In Engstellen nehmen sie Geschwindigkeit auf – bevor sie in breiteren Gewässerbereichen wieder zu lahmen Enten mutieren. „Es ist ein Zufallsrennen“, sagt Andre Jäger.

Niklas Kohls Ente hatte das erste Rennen gewonnen – zum 875. Orts-Geburtstag sei das gewesen. Und in diesem Jahr hat er den zweiten Platz anvisiert. Das zweite Rennen im vergangenen Jahr hatte Willy Krämers Ente für sich entschieden. Doch nach einer Stunde steht fest: Keiner der Vorjahressieger ist unter den ersten Zehn. Die bekommen natürlich Preise, genau wie der Verlierer. Und danach gibt’s Stärkung für alle – dafür sorgt die Feuerwehr. Das Entenrennen wird zum Dorffest.

Die Schnellsten

1. Platz:
 Regina Madynski (Erlau) 2. Platz:
Franziska Bischoff (Poppenwind) 3. Platz:
Heidi Helga Kirsch (Erlau) 4. Platz:
Annemarie Volkmar (Oberrod) 5. Platz:
Maria Herbach (Erlau) 6. Platz:
Kiara Franz (Erlau) 7. Platz:
Luise Vielgut (Schleusingen) 8. Platz:
Benjamin Wieser (Breitenbach) 9. Platz:
Luisa Beil (Erlau) 10. Platz:
Helene Pfeffer (Erlau) Trostpreis:
Nathan Hetterich (Gerhardtsgereuth)

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