Die giftgrüne Färbung des beliebten Parkteichs im Englischen Garten erschreckt seit Wochen die Spaziergänger. Das Gewässer sieht krank aus, die Wasserpest hat es fest im Griff. Doch so scheußlich der Name auch klingen mag, so bedrohlich scheint die Wasserpflanze gar nicht zu sein. Im Gegenteil. Bei einer Beratung von Stadtverwaltung und Angel- und Fischereiverein vor zwei Wochen wurde der schlechte Ruf der Wasserpest rehabilitiert. „Wir werden eine Entscheidung treffen müssen“, sagt Bürgermeister Fabian Giesder. Wie genau die aussieht, weiß er aber auch noch nicht. „Die Wasserpest ist eine Wasserpflanze, die aber auch das Wasser reinigt und wir haben gerade in unserem Teich eine hervorragende Wasserqualität“, beschreibt er die paradoxe Situation. „Die Pflanze wächst deshalb so gut, weil sich ganz viel Schlamm im Teich befindet, entstanden durch das extreme illegale Füttern der Enten. Viele private Besitzer von Teichen versuchen sogar, die Wasserpest anzusiedeln, denn die verhindert die Veralgung des Gewässers. Zugleich dient die Pflanze den Fischen als Futter und sie klärt das Wasser“, beschreibt das Stadtoberhaupt die vielen guten Seiten der Wasserpest. Allerdings hat sie eben auch eine hässliche: Der Teich wirkt ungepflegt, ja sogar kränklich, obwohl er das Gegenteil davon ist. Da ist guter Rat teuer. „Wir haben eine methodische Entscheidung zu treffen. Wir könnten nun mit Spezialtechnik, mit einem Saugbagger, den Schlamm herausholen. Die Wasserpest würde verschwinden. Das kostet aber nicht nur viel Geld – zumal der Schlamm entsorgt werden muss. Es verschlechtert auch die Wasserqualität. Denn man muss bedenken, dass ohnehin nicht mehr viel Wasser zuläuft, der Teich sich dann wieder erwärmt und veralgt. Das ist die Schizophrenie dabei“, grübelt nicht nur der Bürgermeister nach einer sinnvollen Lösung. „Mit Rauszupfen wäre es nicht getan – die Wasserpest würde nachwachsen. Zudem handelt es sich um eine schnell wachsende Pflanze, wenn sie den entsprechenden nährstoffreichen Boden vorfindet“, hat er in Erfahrung gebracht. „Der Schlamm müsste also wirklich raus, wenn wir sie loswerden wollen.“ Aber will man das wirklich?