Energiepreise AWG setzt Mietanpassungen aus

red

Die AWG Rennsteig will ihre Bewohner angesichts der enormen finanziellen Belastungen durch steigende Energiepreise entlasten: mit dem Aussetzen der Mietanpassungen.

Die AWG Wohnungsbaugenossenschaft Rennsteig verschiebt die Mietanpassung, die erstmals nach sieben Jahren wieder ge Foto: /Karl-Heinz Frank

Die in den letzten beiden Jahren und seit der Ukraine-Krise nochmals explosionsartig gestiegenen Energiepreise belasten auch die Bewohner der AWG. Der Vorstandsvorsitzende Frank Brösicke informiert, welche Folgen zu erwarten sind. Die Preise für Gas, Öl und Kohle und die hieraus erstellten Produkte (insbesondere Strom und Treibstoffe) seien in den letzten Jahren enorm gestiegen. „Den Preisschock an den Tankstellen erleben wir, trotz zwischenzeitlich moderater Senkungen, noch alltäglich“, so Brösicke.

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Nun möge jeder selbst bewerten, ob es gute Ansätze sind, „statt russischem Erdgas aus bestehenden hochleistungsfähigen Leitungen lieber dreckiges Fracking-Gas (transportiert als Flüssiggas = LNG) aus den USA oder Katar mit nicht ausreichend vorhandenen Schiffen über nicht vorhandene Terminals zu beziehen. Die SPD-Fraktion des Deutschen Bundestages hatte Katar noch vor Jahresfrist zur Abschaffung der Sklaverei aufgefordert  ...“

Höhere Heizkosten

Fakt sei aber, dass auch die AWG betroffen ist. „Auch wir, auch unsere Mitglieder und Bewohner kommen nicht um eine Erhöhung der Heizkosten herum.“ Wenngleich die Stadtwerke als Partner einen hohen Anteil der Fernwärme von der Restabfallbehandlungsanlage bezögen, müsse auch dort Gas teuer hinzugekauft werden. Dies sei in höheren Vorauszahlungen ab Mai mit den aktuell verteilten Betriebskostenabrechnungen 2021 berücksichtigt.

Frank Brösicke weiter: „Aber die Menschen in unserem Land treffen in diesen Tagen zahlreiche weitere Preiserhöhungen, da die gestiegenen Energiekosten auf nahezu alle Le-bensbereiche Auswirkungen haben und damit die Inflation insgesamt steigt. Auch sechs Prozent Rentenerhöhung werden da keinen vollständigen Ausgleich schaffen können.“ Die Ge-nossenschaft treffe dieses Thema, weil Handwerkerleistungen, so überhaupt noch zu bekommen, immer teurer eingekauft werden müssen. In vielen Gewerken haben sich die Preise seit 2015 verdoppelt bis verdreifacht!“

2015 hatte die Genossenschaft nach Brösickes Worten die letzten flächendeckenden Mietanpassungen vorgenommen. Jetzt, nach sieben Jahren, sei für den 1. Juli 2022 ein nächster Schritt vorgesehen gewesen. „Insgesamt zusätzliche rund 750 000 Euro jährlich (im Mittel acht Prozent) sollten dazu beitragen, dass wir auch weiterhin den hohen Qualitätsstand unserer Wohnanlagen und des Umfeldes halten und verbessern können.“

Sicheres Wohnen

Angesichts der enormen Belastung in vielen Bereichen des täglichen Lebens habe der Vorstand jedoch entschieden, „diese Mietanpassung auszusetzen, um die Haushalte nicht zusätzlich zu belasten und ein gutes, sicheres und sozial verantwortbares Wohnen in der Genossenschaft weiterhin zu ermöglichen. Welche Auswirkungen dies auf die langfristige Entwicklung der Genossenschaft haben wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Dass hiermit Einschnitte bei der weiteren Investition verbunden sein werden, ist jedoch unvermeidbar. Umso wichtiger ist, dass wir auf eine langfristige Unternehmensplanung bauen können, die uns immer Spielraum für solche Sondersituationen lässt. Damit bleiben wir auch weiterhin ein stabiler Partner der Menschen unserer Region!“, so Frank Brösicke abschließend.