Rostock/Gent - "Das war mal ein richtig stolzes Schiff", sagt Dieter Schumann wehmütig. "Und jetzt ist es ein Haufen Schrott." Der 72-Jährige war 1973 ein dreiviertel Jahr als Jungmatrose mit der "MS Völkerfreundschaft" unterwegs. Es war das erste DDR-Kreuzfahrtschiff. Die Bürger des sozialistischen Staates kamen damit zum Beispiel bis ans Schwarze Meer - nicht nur deutlich leichter als mit dem "Trabi", sondern auch in luxuriöser Umgebung. Aber auch Athen, also das "kapitalistische Ausland" und damit für DDR-Bürger als Reiseziel eigentlich tabu, wurde angesteuert.