Winter-Traum Bis zu 45 Zentimeter weißes Gold

Endlich Schnee im Thüringer Wald. Endlich raus in die Natur und den Corona-Alltag für ein paar Stunden hinter sich lassen. Wir geben Tipps, wo Sie die besten Loipen, Ski- und Rodelhänge finden.

Suhl - Der Wettergott hatte ein Einsehen mit dem Thüringer Wald. Pünktlich zum Biathlon-Weltcup am vergangenen Wochenende in Oberhof hat es entlang des Rennsteigs und in der Rhön kräftig geschneit. In den Kammlagen liegt das weiße Gold des Winters bis zu 45 Zentimeter hoch, wie aus dem aktuellen Wintersportbericht des Regionalverbunds Thüringer Wald von Dienstagmorgen hervorgeht.

Schon am Wochenende waren viele Parkplätze in den Wintersportorten gut gefüllt. Die Menschen zog es in die Natur, in den Schnee. Wenn sie den Spitzensportler in der Arena in Oberhof schon nicht live zuschauen konnten, dann gingen sie eben selbst auf die Bretter. Und auch in den kommenden tagen soll das Wetter halten, soll der Schnee nicht sofort wieder dahinschmelzen.

Ampeln auf grün

Bei 64 Loipen steht die Ampel auf der Internet-Seite (thueringer-wald.com) des Regionalverbundes aktuell auf grün. Das bedeutet, dass der Schnee reicht und die Loipen frisch präpariert sind. Ein Blick ins Internet oder in die Schneeapp des Regionalverbundes lohnt sich auf jeden Fall, wenn man hinaus in den Winterwald will. Denn zu jedem der grünen Punkte lässt sich eine Loipe anklicken. Dann er scheint eine kurze Beschreibung mit Streckenlänge und Profil, also ob die Strecke eher für Anfänger oder für Fortgeschrittene geeignet ist. Außerdem können Nutzer ablesen, wann die Loipe das letzte Mal frisch gezogen wurde. Das lässt Rückschlüsse darauf zu, in welchem Zustand sie sich befindet.

Im Idealfall werden die Loipen bei den aktuelle Schneeverhältnisse fast täglich neu gezogen. Die Mitarbeiter auf den Pistenraupen melden dann auch an den Regionalverbund, wie die Schnee- und Loipenverhältnisse sind. Ein Verfahren, dass der Regionalverbund mit seinen Partnern in den vergangenen Jahren mit viel Herzblut etabliert hat.

Und so kann man dann zum Beispiel ablesen, dass die Loipe von Heubach nach Schnett am 10. Januar zum letzten Mal frisch gespurt wurde und sich aktuell in sehr gutem Zustand befindet, was die fünf kleinen blauen Punkte in der Übersicht verraten. Fünf Punkte stehen für sehr gut, ein Punkt steht für eher schlecht. Doch Loipen mit nur einem Punkt gibt es in der aktuellen Übersicht gar nicht.

Zu den Loipen kommen aktuell noch einmal mehr als 30 präparierte Skiwanderwege hinzu. Sie unterscheiden sich von den Loipen vor allem durch Wegbreite und Beschilderung. Um Loipe genannt zu werden, sind die Anforderungen, die der Deutsche Skiverband (DSV) an die Wegbreite und Beschilderung stellt etwas höher. Doch auf Skiwanderwegen kann man bedenkenlose durch den Thüringer Wald gleiten.

Bis zu 1400 Kilometer Loipen und Skiwanderwege können laut Regionalverbund im Idealfall gespurt werden. Ganz so viele sind es aktuell noch nicht. „Wer einmal auf den Brettern steht, kann die Naturschönheit am Rennsteig auf Rundtouren verschiedener Schwierigkeitsgrade oder auch beim mehrtägigen Skiwandern quer durch den Thüringer Wald erkunden. Möglich macht das der 142 Kilometer lange Rennsteig Skiwanderweg – das Herzstück der Region. Er verbindet alle DSV-Zentren und ermöglicht unzählige Möglichkeiten der Tourenführung“, schreibt der Regionalverbund auf seiner Seite..

Wer keine Bretter mehr im Keller hat und aktuell beim Händler keine passenden findet – auch die sollen durch den Boom im vergangenen Winter und aktuelle Lieferengpässe knapp sein – der findet auf der Seite des Regionalverbunds auch eine Liste von Skiverleihern in der Region. Samt Wegbeschreibung und Öffnungszeiten.

Auch fünf Lifte haben bereits geöffnet. In Heubach, Oberhof, Oberweißbach, Siegmundsburg und in der Skiarena Silbersattel in Steinach. Und hinzu kommen natürlich noch die zahlreichen Rodelhänge in der Region. In Spechtsbrunn und Steinach ist sogar Rodeln bei Flutlicht möglich, kann der Tag im Schnee also in den Abend verlängert werden.

Wege für Wanderer

Und damit auch Wanderer auf ihre Kosten kommen und nicht in den mühevoll präparierten Loipen herumstapfen müssen (das ist nämlich verboten und ein Ärgernis für jeden Langläufer) gibt es auch etliche Winterwanderwege im Thüringer Wald. Wege also, auf den der Schnee festgewalzt wird, damit man gut darauf laufen kann. Ach davon sind 17 in der Region für Wintersportfans vorbereitet, berichtet der Regionalverbund. Zum Beispiel hinauf zum Kickelhahn in Ilmenau oder zum Staudamm Schönbrunn. In jeder Ecke des Thüringer Waldes und der Rhön gibt es bei Schnee neue Perspektiven und neue Ausblicke zu entdecken. Und wer nicht Skifahren, Rodeln oder Wandern möchte, der kann sich im Thüringer Wald im Winter sogar aufs Fahrrad schwingen. Denn es gibt in Oberhof seit einiger Zeit Thüringens ersten Winterradweg. Die „Allee der Olympiasieger und Weltmeister“, hält in Oberhof einen sieben Kilometer langen Rundweg durch den zauberhaften Thüringer Wald bereit – nicht nur im Winter. Wenn aber Schnee liegt, dann ist dieser am besten mit einem Fat-Bike mit extra dicken Reifen zu befahren. Und auch die gibt es natürlich vor Ort zu leihen.

Damit der Winter für viele zum Genuss wird, sind Dutzende Menschen Tag für Tag im Einsatz, präparieren Loipen und Wanderwege, halten Parkplätze frei und bereiten all die Daten fürs Internet oder die Schneeapp auf.

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