Eltmann Engagierte Lehrerin erhält Zivil-Courage-Preis

Günther Geiling

Corinna Hartwich-Beck hat die Auszeichnung für die "Wallburg-Realschule" erhalten. Die Schüler hier hatten das Thema mit dem Projekt "Zivilcourage - vernetzt" umgesetzt.

Eltmann - Mit dem "Zivil-Courage-Preis" zeichnen die Münchner "Inner Wheel Clubs" Lehrkräfte aus, die sich Zivilcourage zum Bildungsauftrag machen, Schüler zu zivilcouragierten Handeln ermutigen und dazu Projekte in ihren Klassen durchführen. Der Preis war mit insgesamt 5000 Euro dotiert. Den dritten Preis mit einem Preisgeld von 1000 Euro erhielt die "Wallburg-Realschule" Eltmann mit ihrer engagierten Lehrerin Corinna Hartwich-Beck und ihrem Projekt "Zivilcourage - vernetzt".

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"Inner Wheel" ist die weltweit größte eigenständige Frauen-Service-Organisation mit zurzeit 3900 Clubs und insgesamt 103 000 Menschen in 104 Ländern und allen fünf Erdteilen. Sie wurde 1924 gegründet und macht sich stark für Zivilcourage. Sechs Münchner Wheel Clubs haben nun die Ausschreibung für den ersten Münchner Preis 2020 für Zivilcourage an Mittel- und Realschulen gerichtet und damit rund 25 000 Lehrkräfte angesprochen.

Die Preisverleihung fand nun in feierlichem Rahmen in der Alten Rotations-Halle des Pressehauses des "Münchner Merkur" als Hybridveranstaltung statt. Auf Grund der coronabedingten Versammlungsbeschränkungen konnten deswegen nur die Preisträger, Laudatoren und Jurymitglieder sowie nationale und lokale Repräsentanten an der Veranstaltung teilnehmen. Zugleich wurde die Übergabe der Preise zeitgleich online im Livestream übertragen.

Auch die Schulleiterin der "Wallburg-Realschule" Direktorin Manuela Küfner hätte gerne an der Veranstaltung teilgenommen, was dann aber coronabedingt nicht möglich war. Aber gespannt verfolgte sie die Preisverleihung online. "Ich bin sehr stolz, solch eine engagierte Lehrkraft an meiner Schule zu haben, die sich im Bereich Werte außerordentlich einbringt. Es ist aber auch sehr erfreulich, dass solche Leistungen durch Inner Wheel gewürdigt werden und es sogar zu einer solchen Auszeichnung für unsere Schule geführt hat."

"Für die Münchner Inner Wheelerinnen ist Zivilcourage ein wichtiger Wert, um das Zusammenleben der Menschen in unserer Demokratie zu sichern. Deshalb machen sie sich stark für die Erziehung zur Zivilcourage in unseren Schulen. Sie wissen, dass es viele engagierte Lehrer gibt, die sich mit Herzblut und Engagement darum bemühen. Sie auch weiterhin zu motivieren und ihre Arbeit anzuerkennen, dem soll dieser Preis dienen", betonte Roswitha Wenzl, Jurymitglied von Inner-Wheel-Club München.

In ihrem Grußwort erinnerte die Nationale Repräsentantin von Inner Wheel Deutschland, Beatric von Fassong daran, dass die Organisation in den letzten Jahrzehnten einiges bewegen konnte - "immer unter dem Aspekt in dieser schnelllebigen Welt, wo Frauen und Männer bemüht sind, der Jugend Orientierung zu geben; wo die Gesellschaft aufgefordert ist, sich dem demografischen Wandel zu beugen; wo Werte drohen ihre Wertigkeit zu verlieren und wo Mut gefragt ist, mit Zivilcourage diese Werte zu verteidigen."

Auch Präsidentin Kathrin Werner vom Distrikt 88 betonte in ihrer Würdigung, wie wichtig es sei, sich zu äußern und Charakter zu zeigen. "Zivilcourage ist für mich ein Bestandteil gesellschaftlichen Zusammenhalts. Gerade in Zeiten sozialer Medien, in denen es Tätern möglich ist anonym zu bleiben, müssen wir Zivilcourage fördern."

16 Schulen aus Bayern hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt und von den vier Preisen für Zivilcourage, die in München verliehen wurden, gingen allein drei in die Region Unterfranken. Sie teilen sich den mit 5 000 Euro dotierten Preis. Der 1. Preis ging an die Lehrkräfte Daniela Amrein und Bernhard Kraus von der Mädchenrealschule St. Josef Schwandorf mit "School Officers"; der 2. Preis an Philipp Difour und Katja Noack von der "Dalberg"-Mittelschule Aschaffenburg und der dritte Preis mit 1 000 Euro an Corinna Hartwich-Beck von der Wallburg-Realschule Eltmann mit "Zivilcourage - vernetzt". Außerdem gab es einen Sonderpreis mit 500 Euro, der an die Lehrerinnen Sonja Bayer, Julia Palmer und Maria Schmidtpott von der Staatlichen Realschule Bessenbach ging mit "Klassencoaches".

Für den dritten Preis von Eltmann "Zivilcourage vernetzt" war die Professorin für Grundschulpädagogik Elke Inckemann, Ludwig-Maximilians-Universität München, Laudatorin und war sehr beeindruckt, "wie vielfältig die inner- und außerschulischen Aktivitäten dieser Schule zur Förderung von Respekt, Empathie, Selbstreflexion, Verantwortungsbewusstsein und Handlungskompetenzen sind. Durch das langjährige Engagement der Lehrkräfte haben die Schülerinnen und Schüler vielfältige Möglichkeiten, zivilcouragiertes Verhalten anzubahnen und zu zeigen." In einer Videobotschaft meldete sich selbst der Bayerische Staatsminister für Kultus und Unterricht Prof. Dr. Michael Piazolo zu Wort und würdigte die Preisträger. "Ob im Alltag oder in der Schule - Zivilcourage geht uns alle an! Deshalb danke ich ganz herzlich allen Lehrkräften, die sich in ihrem schulischen Umfeld für Werte wie Zivilcourage, Toleranz und Respekt einsetzen. Das vielfältige Engagement der ausgezeichneten Schulen ist ein toller Beweis dafür, dass die Werteerziehung an unseren Schulen gelingt."