Eigentlich steht der Maibaum in Zella-Mehlis für vier Wochen. In diesem Jahr jedoch bekam er eine ungeplante Verlängerung, für die eine Elster sorgte. Ausgerechnet das Bäumchen an der Spitze des rot-weiß geringelten Maibaumes hatte sie sich als idealen Brutplatz auserkoren. Nun ja, Geschmack hat sie bewiesen. Eine schönere Stelle hätte es wohl nicht geben können in rund 20 Metern luftiger Höhe, zentral und dann noch mit herrlicher Aussicht, um die Nachzucht in die Welt zu entlassen. Das war jedenfalls der Grund, warum die Mehlser Kärmesgesellschaft den Abbau des Maibaumes verschieben musste. Der durfte laut Unterer Naturschutzbehörde erst erfolgen, wenn die Jungelstern das Nest wieder verlassen haben. Wie viele es letztlich waren, das brachten die Vereinsmitglieder nicht in Erfahrung. „Wir wollten uns nicht zu nah mit der Drohne an das Nest begeben, um die Elster und deren Nachwuchs nicht zu stören. Denn schließlich kann sie sich nicht nähern, ohne dabei Geräusche und Wind zu verursachen“, sagte Marita Behr. So hieß es für die Vorsitzende und die gesamte Mehlser Kärmesgesellschaft abwarten, bis die Elster ihr Brutgeschäft erfolgreich beendet hat und die Jungtiere ausgeflogen waren. Dass dieses Unterfangen im wackeligen Nest in dem immer dürrer gewordenen Bäumchen überhaupt klappte, wunderte nicht nur sie. Ende Juni war es soweit, das rund 30 Zentimeter große Nest war leer. Nach Wochen Verspätung konnten Mitarbeiter vom Baubetriebshof und der Firma Schelhorn den Maibaum im Juli abbauen und im Depot einlagern.
Elstern und Kärmes Ausgeflattert, abgebaut, neu geplant
Dörthe Lemme 26.07.2023 - 14:57 Uhr