Elisabeth Klinikum Schmalkalden Neuer Chefarzt setzt klare Akzente

Bei seinem ersten Patientenforum bricht Dr. Stefan Dörr eine Lanze für die Darmkrebsvorsorge – und zeigt, warum gerade Männer Nachholebedarf haben.

Chefarzt Dr. Stefan Dörr mit seinem Team. V. l.: Meike Möcker, Melanie Peter, Brigitte Kissmann, Grit Kott, Susen Schall und Antje Winter. Foto: Krankenhaus

 Großes Interesse im Elisabeth-Klinikum Schmalkalden: Das Patientenforum im Darmkrebsmonat März wurde nicht nur zu einer wichtigen Informationsveranstaltung für mehr als 50 Interessierte, sondern auch zu einer Art Standortbestimmung für die medizinische Zukunft vor Ort.

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Im Mittelpunkt stand dabei ein Mann, den viele zum ersten Mal persönlich erlebten: Dr. Stefan Dörr, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. Seit Anfang März leitet er als Chefarzt die Klinik für Innere Medizin 1 und schließt damit eine Lücke, die durch den Weggang seines Vorgängers Dr. Ronni Veitt entstanden war. Gleichzeitig bringt er, neben medizinischer Kompetenz, auch neue Impulse in das Elisabeth-Klinikum, das vor über 120 Jahren als Landkrankenhaus Schmalkalden eingeweiht worden war.

Kompetenz und Teamgeist im Fokus

Schon bei seinem ersten öffentlichen Auftritt wurde deutlich, worauf der 57-jährige Mediziner setzt: die vorhandene Kompetenz in Schmalkalden stärken und weiter ausbauen. Das Elisabeth-Klinikum verfüge über großes medizinisches Know-how, das es zu nutzen und sichtbar zu machen gelte, führte eingangs Geschäftsführer Marc Reggentin kurz aus. Zugleich arbeitet der neue Chefarzt daran, ein schlagkräftiges Team aufzubauen. Mit einem Augenzwinkern ließ Reggentin durchblicken: Wer gute Fachkräfte kenne, dürfe sie gern nach Schmalkalden schicken.

Früherkennung rettet Leben

In seinem Vortrag zum Thema Darmkrebs spannte Dr. Dörr den Bogen von Ursachen über Risikofaktoren bis hin zu modernen Behandlungsmöglichkeiten – und untermauerte seine Ausführungen mit aktuellen Zahlen, unter anderem aus dem Thüringer Krebsregister. Besonders eindrücklich: Die Überlebenschancen sind sehr hoch, wenn die Erkrankung früh erkannt wird.

Patientenforum mit Dr. Stefan Dörr. Foto: Krankenhaus

Damit wurde seine zentrale Botschaft greifbar: Primärprävention wie ein gesunder Lebenswandel sowie Vorsorge sind kein optionalen Angebote, sondern echte Chancen.

Darmkrebs entwickelt sich oft über Jahre hinweg unbemerkt. Aus zunächst gutartigen Polypen können innerhalb von zehn bis 15 Jahren bösartige Tumore entstehen. Genau deshalb komme der Früherkennung eine entscheidende Rolle zu, brach der Mediziner eine Lanze für die Vorsorge. Ab dem 50. Lebensjahr haben gesetzlich Versicherte die Möglichkeit, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wie die Darmspiegelung in Anspruch zu nehmen – in der Regel im Abstand von zehn Jahren.

Männer als Vorsorgemuffel: Risiko bei Darmkrebs hoch

Ein Punkt, den Dörr besonders hervorhob, überraschte viele im Publikum nicht, machte aber nachdenklich: Frauen nehmen Vorsorgeangebote deutlich häufiger wahr als Männer. Letztere gelten nach wie vor als „Vorsorgemuffel“ – ein Verhalten, das angesichts der Zahlen riskant ist. Denn Darmkrebs gehört weiterhin zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen und Männern in Deutschland.

Entsprechend deutlich fiel sein Appell aus: Hemmschwellen abbauen, das Gespräch mit dem Hausarzt suchen und die angebotenen Untersuchungen nutzen.

Darmspiegelungen im Fokus

Die konkrete Versorgungssituation in Schmalkalden kam in der anschließenden Diskussion zur Sprache. Ambulante Darmspiegelungen können über das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) sowie die gastroenterologisch-endoskopische Sprechstunde organisiert werden. Aktuell führt Stefan Dörr diese noch in Vertretung durch, die offizielle Ermächtigung wird im April erwartet.

Das Patientenforum machte damit nicht nur die Bedeutung von Aufklärung deutlich, sondern auch das Potenzial des Standorts Schmalkalden. Mit Stefan Dörr gewinnt das Klinikum einen Chefarzt, der auf medizinische Qualität, Teamarbeit und Patientennähe setzt – und der eine klare Botschaft mitgebracht hat: Gesundheit beginnt nicht im Behandlungszimmer, sondern bei der Entscheidung, Vorsorge ernst zu nehmen.

Kontakt

Anmeldung für gastroenterologisch-endoskopische Sprechstunde
Tel. (03683) 645411

Stationszimmer
(03683) 645322