Eishütte in Steinbach-Hallenberg Heiß auf Eis – rund um die Uhr und auch im Winter

Annett Recknagel

In der Steinbach-Hallenberger Wolffstraße 38 steht jetzt eine Eishütte. Dort ist es möglich, rund um die Uhr leckeres Speiseeis in zwei verschiedenen Verpackungsgrößen zu bekommen.

Das Baby in ihrem Bauch brachte Kathleen Straßenmeyer auf eine Idee. „Mein Mann und ich haben uns das Geburtshaus in Dermbach angeschaut“, erzählt die 34-Jährige. Danach sei sie hungrig gewesen. Und weil sie „asiatisch“ liebe, zückte sie ihr Smartphone und googelte. Doch es erschien „Rhöner Eismanufaktur“ auf ihrem Display. Als unbedingter Eis-Fan erinnerte sie sich sofort an den „Polarstern“ in Bad Liebenstein. Auch in ihrem Heimatort in Steinbach-Hallenberg hatte sie sich im einstigen „Heimatlon“ bei Kati Wilhelm immer mal ein Eis geholt. „Dort gab es das aus Liebenstein“, sagt Kathleen Straßenmeyer. Früher habe es in der Hallenburgstadt an verschiedenen Stellen Speiseeis gegeben. Jetzt sei das Kanter´s Café in Herges-Hallenberg für selbst gemachtes Speiseeis bekannt. „Als Kind wollte ich immer eine Eisdiele haben“, verrät die junge Frau. Der Gedanke daran blieb in ihrem Kopf.

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Als das „Heimatlon“ seine Pforten schloss, nahm Kathleen Straßenmeyer den Hörer in die Hand und setzte sich mit dem Inhaber der „Rhöner Eismanufaktur“ in Verbindung. Einen Eisautomaten in Steinbach-Hallenberg aufzustellen, sei aus Kostengründen nicht in Frage gekommen. Eine Truhe voller Eisbecher aber war möglich. Die steht seit Donnerstag in einer Eishütte in der Wolffstraße 38 und lädt zum Selbstbedienen ein. „Natürlich ist das Vertrauenssache“, wissen Kathleen Straßenmeyer und ihr Mann David.

Gemeinsam mit ihren Eltern haben sie in den letzten Wochen viel Zeit und Geld investiert, um die Eishütte in Steinbach-Hallenberg zu platzieren. Die Hütte steht vor der elterlichen Firma, wo sie auch gezimmert und gestrichen wurde. Zudem ist sie mit zwei Videokameras ausgestattet. Strom gibt es auch – das Eis muss ja entsprechend kühl lagern. Die Truhe ist offen – die Kasse des Vertrauens steht gleich nebenan. Preise sind auf einer entsprechenden Liste zu finden.

Wer bargeldlos bezahlen möchte, kann den QR-Code scannen und sein „Eisgeschäft“ über Paypal abwickeln. Angeboten werden 19 Eissorten in kleinen Bechern (100 Milliliter), dazu gibt es sechs Sorten á 500 Milliliter. Selbst Rechenhilfen sind an den Wänden zu finden. Und Beutel, in denen man das Eis bei einem Großeinkauf transportieren kann, hängen auch an der Wand. „In der Rhön funktioniert das sehr gut“, weiß Kathleen Straßenmeyer. Ebenso in Hessen. Natürlich hat sie überlegt, ob man alle Sorten anbietet. „Ich habe sie alle probiert – mein Mann auch und wir haben uns für alle entschieden“, sagt sie.

„Da macht Qualitätsprüfung Spaß. Ich hätte sie auch alle gekostet“, stimmt ihr Marie Burkhardt, Vorsitzende des Jugendbeirates in Steinbach-Hallenberg, zu. Gemeinsam mit Paul Marr als ihrem Stellvertreter und den beiden Mitgliedern Raphael Bauroth und Adrienne Hesse war sie zur Eröffnung der Eishütte gekommen. Auch Jugendbetreuerin Anja Suchanek gehörte zu den ersten Eisessern. Erste Kundin war Anne Raßbach, die gleich vier Becher mitnahm. „Ich werde öfter hierher kommen. Ich liebe Eis und es ist mega, dass es das Rhöner Eis jetzt hier gibt“, sagt sie. Ursprünglich wollte Bürgermeister Markus Böttcher die Eishütte eröffnen. Aus terminlichen Gründen verspätete er sich jedoch und so übernahm das der Jugendbeirat gemeinsam mit Kathleen und David Straßenmeyer. Immerhin warteten schon die Kunden.

Eisfrau Kathleen plant, zum Burgfest oder auch zur Kirmes in der Stadt einen Eis-Stand zu betreuen. Zudem ist es möglich, Bestellungen über WhatsApp und E-Mail bei ihr aufzugeben. Entsprechende Flyer mit Telefonnummern sind in der Eishütte zu finden. Und wie schmeckt das Eis? „Sehr lecker“, waren sich alle einig. Marie Burkhardt und Adrienne Hesse hatten sich für Erdbeer-Sorbet entschieden. Paul Marr spendierte seinem Opa ein Nougat-Eis von Viba und Kathleen Staßenmeyer schwört auf Kürbiskernöleis. Und so hat sie das Eis aus der Rhön nach Steinbach-Hallenberg gebracht. Übrigens gibt es im Gegensatz zu Dermbach hier auch einen Asiaten.