Eisfeld weiht sanierten Festsaal ein Unterhaltsam, festlich,würdig

Blumen für die neuen Ehrenmitglieder Lothar und Christa Vonderlind sowie Klaus Pfrenger. Foto:  

Mit einer festlichen Veranstaltung und einem eindrucksvollen Konzert nahmen die Eisfelder den Saal in ihrem Schloss wieder in Besitz.

Eisfeld - Die Stadt hat ein altes Kleinod zurück, das inzwischen in neuer Schönheit erstrahlt. Glücklich nahmen die Eisfelder den Saal in ihrem Schloss wieder in Besitz. Lange haben sie auf diesen Augenblick warten müssen, ist der Saal doch schon ein reichliches Jahr fertig. Doch eine würdige Feier konnte es bisher durch den Lockdown der Corona-Pandemie nicht geben. Und so musste der restaurierte Saal bis zum Sonntag warten, ehe er endlich wieder Gäste empfangen durfte.

Sieben Millionen Euro hat die Stadt Eisfeld in den letzten acht Jahren in ihr Schloss investiert, galt es doch, mehr in Ordnung zu bringen als eine einfache Schönheitskur der Räumlichkeiten. Im Jahr 2013 wurde mit dem Dach begonnen, ehe Schritt für Schritt die Außenhülle in Angriff genommen werden konnte. Schon da hatte sich gezeigt, dass die Balken, die den Fußboden des Saales im Schloss tragen, in einem bedenklichen Zustand waren und somit ausgetauscht werden mussten. Nach diesem Eingriff in den Saal wurde die Elektrik, die Heizung und die Lüftung auf den neuesten Stand gebracht. Wände und Türen wurden ebenfalls einer Schönheitskur unterzogen. Arbeiten, die sich bis Ende 2019 hinzogen. Doch als bereits die Vorbereitungen für eine Einweihungsfeier liefen, die für das Frühjahr 2020 geplant war, da kam die Corona-Pandemie.

Und damit war jegliche Öffentlichkeit vom Besuch des Schlosses ausgeschlossen. Lediglich verschiedene Arbeiten bei der Sanierung des Schlosses liefen weiter. Wer am Sonntag nun zur feierlichen Eröffnung des Schlosssaales gekommen war, mag sich gewundert haben, dass der Weg in den Saal ein anderer war als bisher gewohnt. Es ist ein moderner Anbau entstanden, durch den das Schloss nun betreten werden muss. „Wir haben damit zwei Dinge erreicht“, so Bürgermeister Sven Gregor, „zum einen konnte darin ein Fahrstuhl eingebaut werden, sodass der Saal nun behindertengerecht erreicht werden kann. Zum anderen haben wir damit Auflagen umgesetzt, die bei einem Treppenhaus feuerfestes Material vorschreiben, das dem Brandschutz genügt.“ Weitere zwei Millionen Euro sind inzwischen in den Haushalt der Stadt eingestellt, die für Arbeiten am Gefängnisbau und am Steinernen Haus geplant sind. Von den bisher investierten sieben Millionen Euro sind allein fünf Millionen in das Torhaus geflossen, das damit als erster Teil des Schlosses komplett fertiggestellt werden konnte.

Ehe Bürgermeister Sven Gregor die Bühne freigab für das Eröffnungskonzert, hatte er noch eine angenehme Aufgabe zu erledigen. Seit einem reichlichen Jahr ist er nicht nur Bürgermeister der Stadt, sondern auch Vorsitzender vom Verein der Freunde von Kirche und Schloss Eisfeld. Seinen Vorgänger in diesem Amt, den langjährigen Vorsitzenden Hans Gauß, ernannte er zum Ehrenvorsitzenden, die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Christa und Lothar Vonderlind sowie Klaus Pfrenger zu Ehrenmitgliedern. Vieles habe der Verein, der im kommenden Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiern kann, in all den Jahren für die Stadt geleistet, und das in ehrenamtlicher Tätigkeit. Nicht nur mit zahlreichen eindrucksvollen Veranstaltungen haben deren Mitglieder das gesellschaftliche Leben der Stadt bereichert, auch bei der aufwendigen und liebevollen Sanierung des Schlosses standen sie immer mit Rat und Tat zur Seite. Dafür sprach Sven Gregor ihnen allen den herzlichen Dank der Stadt aus.

Noch eines, das wohl für niemanden eine Überraschung gewesen sein dürfte: Fortan wird der sanierte Saal einen Namen tragen – aus dem einfachen Saal des Schlosses wurde der Otto-Ludwig-Festsaal. Den im Anschluss an die Ehrungen und Dankesworte vier Musiker mit einem festlichen Konzert einweihen durften. Mit dem Programm „Eine Liebeserklärung an das Saxophon“ spielten sich die Musiker vom Tapas-Quartett nahezu mühelos in die Herzen der zahlreichen Besucher. Vier der acht verschiedenen Saxophone, die es gibt, ließen Robert Fränzel, Christian Georgi, Bernhard Wundrak und Wolfgang Busse erklingen – das Sopran-, Alt-, Tenor- und Bariton-Saxophon. Heike Fritzlar hatte in ihrer Moderation viel Wissenswertes über dieses „Instrument der Romantik“ und seinen Erfinder Adolphe Sax zu erzählen, während die vier Musiker den Wohlklang dieser Instrumente eindrucksvoll zu Gehör brachten.

 

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