Da steht er, der Zeitzeuge. Der, der einst wichtiger Baustein zur Sicherung der Grenze war, heute zum Lehrer geworden ist. Oder besser: zum Vermittler von Geschichte, die nicht vergessen werden darf. Der Grenzturm am ehemaligen Übergang Eisfeld-Rottenbach (1973-1989) ist im Fokus des Gedenkens an eine bewegte wie bewegende Zeit. Horst Teltschik, zur Wendezeit Kanzlerberater, trifft am Samstagmorgen am geschichtsträchtigen Ort auf Menschen der Region, die die friedliche Revolution vor 35 Jahren getragen haben. Er hört ihre Geschichten. Solche von Kindergeburtstagen in Bockstadt, im 500-Meter-Streifen, zu denen keine Schulkameraden von außerhalb kommen durften; es sind solche von Kindern, die genau wussten, was sie sagen durften und was nicht. Und wenn doch mal was herausposaunt wurde, gab’s Konsequenzen. Der Landrat des Kreises Hildburghausen erzählt von seinem beim Spielen in den Grenzsand gesetzten Fuß und dem Rattenschwanz, der dieser „Grenzverletzung“ folgte. Erst der Gipsabdruck, der von seinem Fuß gemacht wurde, überführte den sehr jungen, ohnehin schon bekannten und geständigen Täter.