Einzelhandel Werbering fleht: Lasst die Läden offen!

Die Hildburghäuser Händler schlagen Alarm: Das Jahr war katastrophal und nun droht eine Schließung zum Weihnachtsgeschäft. Sie fordern die Öffnung bis zum Heiligen Abend.

Die Hildburghäuser Innenstadt. Foto: frankphoto.de

Hildburghausen - Der Hildburghäuser Werbering e.V. fordert die Entscheider in Landkreis und auf Landesebene dringend auf, von der am Freitag beschlossenen Schließung der Läden des Einzelhandels (mit Ausnahmen etwa für Lebensmittel) ab 19. Dezember und damit noch vor Weihnachten Abstand zu nehmen.

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Speziell die kleineren Geschäfte hätten ein katastrophales Jahr hinter sich, heißt es in einer Mitteilung des Werberings. Sie würden alle Hygieneregeln penibel einhalten, weshalb man diesen Unternehmen die letzten Tage des ohnehin verkorksten Weihnachtsgeschäfts 2020 lassen sollte. Dass speziell kleine Geschäfte bei Einhaltung der Hygieneregeln einen nennenswerten Beitrag zum Infektionsgeschehen zu verantworten hätten, sei überdies in keiner Weise belegt oder auch nur wahrscheinlich.

Der Werbering kritisiert überdies die fehlende Kommunikation seitens des Landratsamtes. Vereinsvorsitzender Florian Kirner erklärte: „In den langen Monaten der Sondermaßnahmen, die unsere Mitglieder oft existenziell betreffen, ist man nicht ein einziges Mal auf uns als Verband zugegangen. Wir wurden in keiner Weise in Entscheidungen eingebunden. Man hat nie das Gespräch gesucht oder uns einmal rechtzeitig vorgewarnt, bevor der nächste Hammer runtersaust. Wir erfahren alles erst aus der Presse. Das stellen wir uns anders vor. Wir wünschen uns einen regelmäßig tagenden Runden Tisch, gerne als digitales Format.“

Die von Werbering, Industrie- und Handelskammer Südthüringen, Stadt Hildburghausen, Evangelischer Kirchgemeinde und „Freies Wort“ organisierte Kampagne „Hibu hilft“ mit einer Weihnachtsauflage von „Heimatshoppen“ möchte der Werbering in jedem Fall durchführen. „Wir kämpfen weiter für die Einzelhändler – und damit für eine lebendige Stadt“, heißt es aus dem Vorstand. Man trete deshalb entschieden dafür ein, die Läden für die Schlussphase des Weihnachtsgeschäfts bis 24. Dezember geöffnet zu lassen.

Als Weihnachtsgeschäft bezeichnet man im Einzelhandel die Warenverkäufe in den Wochen vor Weihnachten. In Deutschland liegt diese Zeit traditionell meist in den letzten Monaten des Jahres, nämlich im November und Dezember. In einigen Einzelhandelsbereichen ist dies trotz der relativ kurzen Zeitspanne oftmals der verkaufsstärkste und damit auch der finanziell bedeutendste Zeitabschnitt des Jahres.

Der jährliche Umsatz im deutschen Einzelhandel in diesen beiden umsatzstärksten Monaten beträgt seit 2000 etwa 70 bis 100 Milliarden Euro (natürlich nur unter coronafreien Bedingungen). Speziell bei Spielwaren sowie bei Uhren und Schmuck entfallen auf das Weihnachtsgeschäft mehr als 25 Prozent des Jahresumsatzes. In anderen Segmenten wie Parfümerie, Körperpflegemittel oder Bekleidung liegt dagegen der Anteil des Weihnachtsgeschäfts am Jahresumsatz zwischen 19 und 20 Prozent. Das dritte Wochenende im Dezember ist häufig das umsatzstärkste des gesamten Jahres.

Die Corona-Krise beeinflusst in Deutschland auch das Kaufverhalten zu Weihnachten des Jahres 2020. So gaben 49 Prozent der im November Befragten an, Weihnachtsgeschenke über Online-Händler wie Amazon oder Ebay zu beschaffen. Ein Viertel plante es jedoch auch, bei lokalen stationären Anbietern vor Ort Weihnachtsgeschenke einzukaufen und dem Handel zu helfen..