Ein Unterschied ist bestehen geblieben: Discounter führen deutlich weniger Artikel. Aus Sicht von Carsten Kortum, Handelsprofessor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn, ist dies nicht zwingend ein Nachteil. Ganz im Gegenteil. "Auswahl ist grundsätzlich gut, zu viel kann aber auch überfordern", sagt er. "Viele Kunden fühlen sich wohl, wenn es übersichtlicher ist." Das erleichtere die Kaufentscheidung.
Wer ist größer?
Die Discounter, zu denen auch Penny und Netto gezählt werden, liegen beim Umsatz vorn. Im Handel mit Produkten des täglichen Bedarfs kamen sie laut YouGov zuletzt auf einen Marktanteil von gut 38 Prozent, die Supermärkte wie Rewe und Edeka auf rund 28,5 Prozent. Der Rest entfiel unter anderem auf SB-Warenhäuser wie Kaufland, Fachhandel und Drogerien.
Größter Lebensmittelhändler in Deutschland ist laut EHI Edeka. Bei den Discountern setzt Lidl zwar mehr um als Aldi Nord und Aldi Süd jeweils, zusammen liegen die beiden Aldi-Unternehmensgruppen jedoch knapp vorn. Die Marktanteile verschieben sich seit Jahren zugunsten der Discounter. Experten begründen dies damit, dass Kunden wegen der hohen Inflation preisbewusster konsumiert haben. "Für Discounter sind schlechte Zeiten gute Zeiten", sagt Handelsexperte Gerling.
Laut YouGov kauften 44 Prozent wegen der gestiegenen Preise in den vergangenen Jahren häufiger bei Discountern ein. "Dabei zahlen sie dort für die gleichen Produkte nicht weniger als in Supermärkten. Die Discounter Aldi und Lidl haben zudem deutlich weniger Sonderangebote", sagt Smhaggle-Chef Reuter. Am besten sparen können Verbraucher demnach, wenn sie primär gezielt Aktionsprodukte kaufen.