Katastrophenschutzzentrum Feuer und Flamme für neuen Standort

Für 5,8 Millionen Euro hat die Stadt der Freiwilligen Feuerwehr Suhl Zentrum ein hochmodernes Brand- und Katastrophenschutzzentrum in die Aue II gebaut. 15 Jahre lagen zwischen dem ersten Beschluss und der Einweihung am Samstag. Auf ihre neuen Räume sind die Kameraden zu Recht stolz.

Es ist ein Moment, auf den die Feuerwehrleute aus Suhl lange warten mussten. 15 Jahre lang, um genau zu sein. „2007 fiel der erste Beschluss zum Bau des Brand-und Katastrophenschutzzentrums in der Aue II“, blickt der Suhler Oberbürgermeister André Knapp (CDU) zurück. 2019 begannen schließlich die Bauarbeiten. Am Samstag konnten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Suhl Zentrum endlich Einweihung feiern und ihre Gäste durch den 5,8 Millionen Euro teuren Neubau führen.

Der Abschied von ihrem bisherigen Standort direkt gegenüber – einem Altbau aus dem Jahr 1963 – fällt ihnen nicht schwer. Die Feuerwehrfahrzeuge sind über die Jahre immer größer und breiter geworden. Inzwischen wiegen sie nicht mehr neun, sondern 18 Tonnen, blickt Feuerwehrsprecher Daniel Wiegmann zurück. Kein Wunder also, dass an den bisherigen Garageneinfahrten so mancher Spiegel zu Bruch ging und manche Schramme ins Blech gefahren wurde. Zu eng waren Zufahrten und Parkplätze für die großen Feuerwehren. Auch etliche Sicherheitsaspekte konnten dort nicht eingehalten werden, da das Haus nie gebaut worden sei für eine Wehr, sagt der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Suhl Zentrum, Torsten Reinhardt. Der Boden sei uneben gewesen und genauso eine Stolperfalle wie die Treppe, die es auf dem Weg zu den Einsatzfahrzeugen zu überwinden galt.

Wie viel Platz die zwölf neuen Stellplätze bieten, konnten die Gäste zur Einweihungsfeier testen. Biertischgarnituren und eine Hüpfburg waren dort aufgestellt. Und als schließlich der Regen kam, fanden in der Halle auch Groß und Klein einen trockenen Sitzplatz.

Auf einer Einbahnstraße durchs Haus

Doch die Feuerwehrleute freuen sich nicht nur über die breiten Ein-und Ausfahren ihrer Garagen. Das gesamte Gebäude ist ausgerichtet auf ihre Bedürfnisse. Werden sie alarmiert, geht’s per Einbahnstraßenregelung durchs Haus. „Mit Betreten des Eingangsbereichs wird auf dem Fernseher angezeigt, wo sich der Einsatzort befindet, welche Wehren alarmiert sind und mit welchen Fahrzeugen ausgerückt werden muss“, schildert der Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, Dennis Kummer.

Zu 160 Einsätzen wurden die Mitglieder der Feuerwehr Suhl Zentrums 2021 gerufen. „In diesem Jahr sind wir schon bei 132“, sagt Torsten Reinhardt. Die Suhler Feuerwehren werden wohl Ende des Jahres erstmals die 1000er Marke knacken, so die Prognose. Dennis Kummer weiß, woran das liegt: „Egal um was es geht: Wir können für alles eine Lösung anbieten, weil wir die Manpower und die Technik haben“, sagt er. So werde das Aufgabenspektrum immer größer. Vom Bäumegießen bis zum Brände löschen – die Feuerwehr ist dabei.

Bevor sie allerdings zum Einsatzort fahren, führt der Weg der Kameraden am Standort Suhl Zentrum in die neugebauten Umkleidekabinen des Brand- und Katastrophenschutzzentrums. Sie sind getrennt für Männer und Frauen und jeweils ausgestattet mit Sanitärräumen. „Bisher mussten die Kameraden zum Duschen einmal quer über den Flur laufen“, sagt Torsten Reinhardt.

Binnen einer Minute legen die Feuerwehrleute ihre Ausrüstung an, dann geht’s weiter via Einbahnstraße in die Halle. Auch dort zeigen erneut Bildschirme an, welches Fahrzeug bereits losgefahren ist und welches noch ausrücken muss – ein System, an dem die Haupt- und Ehrenamtler selbst mitgearbeitet haben. Eine Abgasabsaugung, eine Stiefelwaschanlage und ein großes Hochregallager finden Platz in der Halle, in der die Einsatzfahrzeuge parken. Nebenan befindet sich eine Waschhalle.

In der Waschanlage fehlt noch Farbe

Eine Baustelle ist allerdings noch offen. Gegenüber im Altbau befindet sich die Schlauchwaschanlage. Jedes Mal, wenn die Kameraden einen Schlauch genutzt haben, ihn durch Dreck und Schlamm gezogen und Wasser oder Schaum hindurchgejagt haben, muss er in die Wäsche, so die Prüfvorschrift. Weil für die bisherige Waschanlage kaum noch Ersatzteile aufzutreiben waren, wurde die Technik erneuert, berichtet Gerätewart Andreas Tonhauser. Hinzu kam eine neue Treppe im Schlauchturm. Dort hängen die gewaschenen Schläuche zwischen vier und 14 Tage, um auszutrocknen. 120 000 Euro flossen in das Projekt. „Wir hatten gehofft, die Schlauchwaschanlage heute ebenfalls einweihen zu können, aber ein paar Arbeiten stehen noch aus“, erklärt Torsten Reinhardt. Von innen und außen fehlt die Farbe. Ansonsten ist die auf Hochplatz polierte Waschstraße bereit für ihren Einsatz. In den vergangenen Monaten haben die Kameraden aus Zella-Mehlis Amtshilfe geleistet und die Suhler Schläuche gewaschen. „Danke dafür“, sagt Andreas Tonhauser.

Nebenan, in den ehemaligen Feuerwehrgaragen, ist mit dem ASB schon wieder Leben eingezogen. Die Hilfsorganisation bildet die zweite Säule im neuen Suhler Brand- und Katastrophenschutzzentrums. Gut 80 000 Euro müssen aber noch einmal investiert werden, um im Altbau den Garagenfußboden zu glätten und eine Abgasabsaugung zu installieren.

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