Einmal Artist sein Manege frei für die Ferien-Zirkuskinder

Maximilian Simon und

Eine Woche lang begaben sich auch 15 Mädchen und Jungen mit dem Zella-Mehliser Freizeittreff als Akteure in die Manege. Manche erstmals, andere bereits mehrfach, um hautnah die Magie zu verspüren, die die bunte Zauberwelt erzeugt.

Erstaunlich, was die Zuschauer am Zirkusrund, überwiegend Eltern, Geschwister, Großeltern, am vergangenen Freitag präsentiert bekamen: ihre neun- bis 13-jährigen Kinder, Geschwister, Enkel bei Luftakrobatik, schwebend im Vertikaltuch oder Luftring, balancierend auf Bällen oder jonglierend. In nur vier Tagen studierten die Ferienkinder ein Programm ein, das einen Querschnitt der Kurse bot, die über das Theaterprojekt in Meiningen belegt werden konnten. Teilgenommen haben in diesem Jahr auch wieder 15 Mädchen und Jungen, die morgens täglich im Rahmen der Ferienangebote des Kinder- und Jugendfreizeittreffs Zella-Mehlis anreisten und am Nachmittag völlig geschafft aber glücklich wieder die Rückreise antraten.

„Seit Jahren besteht im Landkreis eine Kooperation der Sozialarbeiterinnen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit“, sagt Josefine Behr, Leiterin vom Freizeittreff Zella-Mehlis. Gemeinsam mit den beiden AWO-Jugendclubs in Meiningen hieß es erneut für insgesamt 30 Ferienkinder, die Welt rund um die Manege als Akteur zu entdecken. Für einige von ihnen längst nicht zum ersten Mal. Sie kannten das Angebot aus den Vorjahren bereits, das stets mit neuen unterschiedlichen Disziplinen aufwartet. Waren im vergangenen Jahr ebenfalls Clownerie und Fakir-Elemente Teil des Programms, richtete sich das Augenmerk in diesem Jahr mehr auf die Akrobatik. Auch die Neueinsteiger ließen sich in Windeseile von der Zirkus-Atmosphäre anstecken und von der Begeisterung, die das Projekt mit Schenkspaß aus Würzburg auslöst. Die beiden Workshop-Leiterinnen, ausgebildete Zirkus-Jugendtrainerinnen, gaben ihr Wissen während des Trainings weiter und brachten Zubehör, Gerätschaften sowie ein Chapiteau für das perfekte Ambiente gleich mit.

Mit einem Schnupperkurs begann der Ausflug für die Ferienkinder in die Zirkus-Welt, nachdem sie sich für zwei der angebotene Zirkuskünste entscheiden konnten. In den folgenden Workshops machten sie sich mit ihnen vertraut und studierten ein kleines Programm unter dem selbst gewählten Thema Weltraum ein. In sechs Gruppen zeigten die Mädchen und Jungen letztlich die Ergebnisse daraus.

„Es fasziniert mich, welche Fortschritte immer wieder zu sehen sind“, sagt Josefine Behr und zollt den Teilnehmern vollste Hochachtung. „Beim Vertikaltuch und dem Luftring war extreme Körperspannung gefragt. Und das bei dieser Hitze, das war schon verdammt anstrengend.“ Sie wundert sich deshalb keineswegs darüber, dass die meisten Kinder die Rückfahrt im Bus schlafend verbracht haben.

Begeisterte Akteure

Eine Woche schnupperten sie im kleinen Zirkuszelt auf dem Gelände des Jugendclubs „Am Berg“ in Meiningen Zirkusluft für eigene erlernte Kunststücke. Überrascht zeigten sich die jungen Trainerinnen von der schnellen Auffassungsgabe der Teilnehmer. „Wir kennen auch andere Gruppen“. Die des jetzigen Projektes hätten schnell ihre Lieblingsbereiche gefunden und machten bereits nach dem ersten Tag spürbare Fortschritte. Der richtige Umgang mit den Geräten und das Erlernen der Grundlagen waren die ersten Herausforderungen des Trainings. Dabei stand Spaß an der Sache im Vordergrund. Den hatten alle sichtlich.

„Ohne finanzielle Förderung wäre das alles nicht möglich gewesen“, betonten die Leiterinnen der Jugendzentren mehrfach, die auch auf fleißige Helfer bauen konnten. „Ehrenamtlich begleiteten uns Jugendliche vom Jugendbeirat sowie Treff-Stammbesucher. Auch dafür bin ich sehr dankbar“, so Josefine Behr weiter, die mit ihren Meininger Kolleginnen während der Projekt-Woche die Kochschürze um hatte.

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