Einladung nach Bettenhausen Boule-Kugeln fliegen wieder zu Pfingsten

In Bettenhausen kann man sich zu Pfingsten an einem vergnüglichen Wurf-Spiel versuchen: Boule. Hier ist einer der Thüringer Hotspots. Lernen kann man es da auch.

Braucht ein bisschen Übung und hat natürlich ein paar Regeln – Boule ist aber nichts, was man nicht gut lernen könnte. Wer Lust hat, kann dies am Wochenende in Bettenhausen tun oder einfach nur die Wettkämpfer anfeuern, die möglichst zielgenau werfen. Foto: JackF - stock.adobe.com

Moritz Debit aus Bettenhausen hat die Kugeln in der Rhön „salonfähig“ gemacht – nach dem ersten Versuch im vergangenen Jahr, ebenfalls zu Pfingsten, startet er nun den zweiten Rhöner Boule-Treff. Unter diesem Namen – Boule – kennen viele das Spiel. Der Start 2025, mit dem er das Wurfspiel bekannt machen wollte, hat Früchte getragen: Das Angebot war sehr gut angenommen worden. „Da war richtig was los bei uns“, erinnert sich der 39-Jährige. Genauso wollte er es: Neue Mitspieler begeistern für diesen Sport, den man nur in Gemeinschaft spielen kann. „Drei neue Mitspieler, die jetzt regelmäßig dabei sind, haben wir gewonnen. Und damit sind wir zwölf Spieler aus der Rhön und Umgebung.“

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Foto: privat

Im vergangenen Jahr hat der Elektroingenieur, der schon seit 16 Jahren dem Boule frönt, noch eines draufgesetzt: Er hat Ausbildungen besucht – und ist nun der erste lizenzierte Trainer für Boule in Thüringen. Er hat eine DOSB-Trainerlizenz C für den Breitensport in Nordrhein-Westfalen erworben und mittlerweile auch eine C-Lizenz für den Leistungssport, für die er in Baden-Württemberg die Schulbank drückte. Moritz Debit trainiert übrigens sogar eine Boule-Mannschaft in Weimar, die in der Regionalliga spielt. Vor Boule, das man hier in der Variante Pétanque spielt, muss niemand vor Ehrfurcht erstarren, sagt der Trainer. Vielmehr möchte er noch weit mehr Leute für das Spiel begeistern, für das man kein Leistungssportler sein muss und das in jedem Alter „geht“.

Training für Neulinge am Samstag

Also ist an diesem Pfingstwochenende wieder jedermann zum Boule-Treff eingeladen, an den Spielplatz nach Bettenhausen, der heute als „Generationentreff“ bezeichnet wird. Das passt ganz gut, da ja auch Boule in jeder Generation gespielt werden kann. „Pfingsten soll übrigens unser fester Termin werden auch für die nächsten Jahre“, sagt der Vorderrhöner. Samstag und Sonntag sind Trainings und Turniere geplant. Die beiden Trainingsangebote am Samstag, von Moritz Debit geleitet, sind für Anfänger gedacht – um 15 Uhr und um 16.30 Uhr. Hier werden Einsteigern die Grundlagen der Technik und erste Regeln beigebracht. Maximal zwölf Leute können pro Training mitmachen, sagt Moritz Debit.

Moritz Debit (rechts) – hier bei der Gratulation an einen holländischen Mitspieler im vergangenen Jahr – hat das Spiel in der Vorderen Rhön und Umgebung bekannt gemacht. Jetzt steht zu Pfingsten der zweite Boule-Treff in Bettenhausen an. Foto: privat

Während des Trainings können die, die nicht teilnehmen, frei spielen. Übrigens: Kugeln zum Ausleihen gibt es vor Ort – aber wer hat, kann auch gern seine eigenen mitbringen. An diesem Tag wird es am Abend um 18 Uhr noch ein so genanntes Amicale Nocturne Supermelée geben. Die Einschreibung ist offen bis 17.30 Uhr. Dabei werden die Mannschaften frei gelost. Als Einzelperson kann man sich anmelden und wird quasi „zugelost“.

Am Sonntag dann gibt es ein Doublette-Turnier – eine feste Form des Wettkampfes, in der jeweils zwei zu zwei gespielt wird. Los geht es um 10 Uhr. Dafür kann man einfach vor Ort kommen und mitspielen, gut wäre allerdings eine Anmeldung auf der Webseite www.tuvero.de. 32 Teams können laut Moritz Debit bei dem lizenzfreien Ranglistenturnier mitspielen. Er rechnet fest damit, dass beim Training am Vortag Spieler derart Feuer fangen, dass sie auch am nächsten Tag dabei sind. „Vier Plätze reservieren wir von vorn herein für Neue“, sagt er.

Da wird genau geguckt und gemessen: Wer ist am nächsten dran an der kleinen Kugel? Foto: privat

Training wie auch Turniere sind im Übrigen nicht nur etwas für die Mitspieler, sondern sie bringen auch den Zuschauern viel Spaß, weiß der langjährige Spieler. Da wird mitgefiebert und angefeuert – so war es auch gerade wieder zu erleben, als beim Besuch der gemeindlichen Partnerschafts-Delegation aus Frankreich letzte Woche gemeinsam Boule gespielt wurde. Da das Spiel französische Wurzeln hat, war es so recht nach dem Geschmack der Besucher aus Meyssac, die nicht schlecht staunten, dass es hier so intensiv gepflegt wird.

Versorgung und Familienfreundlichkeit

Natürlich hat sich Moritz Debit fürs Pfingstwochenende mit Hilfe von Freunden auch um das „Drumherum“ gekümmert. So wird es „Verpflegung rund um die Uhr“ geben. Am Samstag ist dafür Steven Bamberg mit seinem Foodtruck verantwortlich. Am Sonntag übernehmen die Bettenhäuser selbst die Versorgung.

Und: Kinder sind natürlich herzlich willkommen zum 2. Boule-Treff in Bettenhausen. Schließlich ist der Austragungsort ein familienfreundlicher. Gleich neben dem Spielplatz in der Alten Gärtnerei, sodass es niemandem langweilig werden sollte. Sogar Störche gibt es hier seit Neuestem auf dem Schornstein zu beobachten. Wer – auf gutes Wetter wird natürlich gehofft – in Bettenhausen zelten möchte, um beide Boule-Tage mitzunehmen, der kann gern anfragen unter rhoener-petanque@posteo.de

2. Boule-Treff in Bettenhausen zu Pfingsten

Wer hat’s erfunden?
Seit über 15 Jahren spielt Moritz Debit aus Bettenhausen mit ein paar Gleichgesinnten Boule – das Spiel, das man in Italien als Boccia kennt. In der Vorderen Rhön spielt man es in der Version Pétanque.  Ein Präzisionssport, erfunden Anfang des 20. Jahrhunderts in Südfrankreich. Dabei versuchen zwei Mannschaften, eine bestimmte Anzahl von Kugeln so nahe wie möglich an eine vorher ausgeworfene Zielkugel zu werfen. In dem Sport gibt es sogar Weltmeisterschaften.

Wie geht’s?
Gespielt wird in Bettenhausen nach den Pétanque-Regeln. Das bedeutet, es wird auf kürzere Entfernung, ohne Anlauf und mit geschlossenen Füßen (frz. – pieds tanqués) gespielt.

Wo wird gespielt?
Der Boule-Treff findet an der Alten Gärtnerei, Herbesengasse 35, statt: Pfingstsamstag ab 14.30 Uhr, Sonntag ab 10 Uhr. Anmelden kann man sich unter rhoener-petanque@posteo.de oder www.tuvero.de – oder einfach so vorbeikommen.