Eine Tausendstel Die knappste aller Entscheidungen

„Das fühlt sich noch besser an“: Das Doppel Louis Grünbeck und Maximilian Kührt ist Junioren-Weltmeister. Mit dem kleinstmöglichen Vorsprung.

Ganz enge Kiste: Louis Grünbeck und Maximilian Kührt. Foto: Arvid Mueller

„Wir finden es ganz gut, dass man im Rodeln auf die Tausendstel genau misst. Das hat uns ja heute geholfen“, sagte Louis Grünbeck nach einem überaus spannenden Rennen. Mit nur einer Tausendstelsekunde Vorsprung – dem kleinstmöglichen Abstand, der im Rennrodelsport gemessen werden kann – hatte das Thüringer Doppel Louis Grünbeck (RRV Sonneberg Schalkau) und Maximilian Kührt (RRC Zella-Mehlis) die Nase vorn. Grünbecks Hintermann Maximilian Kührt meinte: „Die Motivation und der Spaß am Rodeln haben uns heute den Sieg gebracht. Das Wetter passt, die Bahn stand gut – es hat einfach Spaß gemacht. So ein knappes Rennen zu gewinnen, fühlt sich noch besser an.“

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Es war die knappste Entscheidung der Junioren-Weltmeisterschaft der Rennrodlerinnen und Rennrodler in Altenberg. Vize-Juniorenweltmeister 2026 wurde das slowakische Doppel Christian Bosmann und Bruno Mick.

Eine Hundertstelentscheidung war das Einsitzer-Rennen der Frauen. Margita Sirsnina konnte ihren Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen und wurde zum zweiten Mal in Folge Juniorenweltmeisterin. Nach dem ersten Durchgang lag die Lettin noch auf Rang drei, zauberte dann aber einen nahezu perfekten Lauf in die Bahn und konnte die vor ihr liegenden deutschen Fahrerinnen schließlich hinter sich lassen. Damit platzte der Titeltraum der jungen deutschen Weltcup-Starterin Anka Jänicke (WSV Königssee), die nur 13 Hundertstelsekunden Rückstand und im Ziel trotz ihrer JWM-Silbermedaille sichtbar enttäuscht war. Nach zwischenzeitlicher Führung reichte es für Antonia Pietschmann vom RC Ilmenau mit knapp sieben Hundertstelsekunden Rückstand auf die Siegerin am Ende noch zur Bronzemedaille. Auch Josephine Buse (SV Ilmtal Manebach) konnte mit Rang sechs auf sich aufmerksam machen.

Antonia Pietschmann hadert mit Bronze

„Der Start im zweiten Lauf war nicht optimal, ich war zu langsam. Mit meiner Fahrt bin ich eigentlich recht zufrieden, es hat nur aus dem Kreisel nicht ganz funktioniert“, analysierte Antonia Pietschmann ihre Fahrten und gestand dann: „Ich komme mit Altenberg eigentlich sehr gut zurecht, ich hatte hier schon sehr viele Erfolge, bin schon Junioren-Europameisterin geworden. Bronze bei der JWM dieses Jahr ist schon hart zu verdauen, das wird auch noch ein bisschen dauern, bis ich drüber weg bin.“

Weit weniger eng ging es bei den Männern im Einsitzer zu. Der 20-jährige Marco Leger (RRC Schliersee) sicherte sich nach Gold 2024 in Lillehammer und Silber 2025 in St. Moritz nun in Altenberg mehr als überzeugend seinen zweiten JWM-Titel – mit einem Vorsprung von mehr als vier Zehntelsekunden auf den zweitplatzierten Österreicher Fabio Zauser. Niklas Zehner (RRV Sonneberg/Schalkau) wurde Siebter, Teamkollege Hannes Röder (Oberwiesenthal) Achter.

Während Thüringen im Rennen der Doppelsitzerinnen nicht in die vorderen Ränge fuhr, setzten die Sportler vom Rennsteig im abschließenden Team-Rennen wieder entscheidende Akzente und gewannen diesen Wettbewerb. Marco Leger und Anka Jänicke legten die Basis für die Louis Grünbeck/Maximilian Kührt, die einen deutlichen Vorsprung von knapp vier Zehntelsekunden vor dem Team aus Italien ins Ziel brachten.