Die Rolle des pflichtbewussten Butlers in dem Drama "Was vom Tage übrig blieb" (1993) bringt ihm eine weitere Oscar-Nominierung ein, ebenso die Darstellung des US-Präsidenten in Oliver Stones "Nixon" (1995) und seine Nebenrolle in Steven Spielbergs Historiendrama "Amistad" (1997). Bei der Oscarverleihung 2020 war er für eine Nebenrolle in "Die zwei Päpste" nominiert.
Die zweite Ehe scheitert
Nur beruflich läuft es Bestens. Nach 25 gemeinsamen Jahren platzt seine zweite Ehe mit der Britin Jennifer Lynton. Er habe die Beziehung vermasselt, bekennt Hopkins in seinen Memoiren, auch durch Seitensprünge. "Ich hätte ein besserer Mann sein können, aber ich war es nicht".
"In Liebe für Stella"
Erst seine dritte Ehefrau habe es geschafft, seinen "Rhinozeros-Panzer" zu knacken und ihn aus seiner Einsamkeit herauszuholen, schreibt der Schauspieler. Die Widmung in seinem Buch - "In Liebe für Stella" - ist an die gebürtige Kolumbianerin Stella Arroyave gerichtet. 2003 gab er der Antiquitätenhändlerin in Kalifornien das Ja-Wort. Sie habe ihm auch dabei geholfen, seine alte Leidenschaft fürs Malen neu zu entdecken und den Dialog mit jungen Schauspielern zu suchen, um ihnen Tipps zu geben.
Zweiter Oscar im hohen Alter
Diese Begegnungen hätten ihm selbst geholfen, verbliebende Bitterkeit und Wut abzulegen und mehr Emotionen zu zeigen, resümiert Hopkins. Seinen zweiten Oscar schreibt er dieser Erfahrung zu.
Er habe die Rolle des demenzkranken Mannes in "The Father" in ihrer ganzen Verletzlichkeit nur spielen können, weil die Studenten ihm beigebracht hätten, sich stärker zu öffnen. Hopkins brillierte in dem Drama als stolzer, störrischer Mann, der zusehends seiner Demenz verfällt. Im April 2021 holte er mit 83 Jahren seinen zweiten Oscar als bester Hauptdarsteller. Nie zuvor hatte ein zum Zeitpunkt der Auszeichnung älterer Schauspieler diesen Preis gewonnen.