Der Borkenkäfer fliegt. Selbst in den Höhen des Thüringer Waldes ist er aktiv. Bei Breitenbach hat Förster Thomas Specht einen Wochenfang von 600 Käfern in der Falle. „Sehr viel“ für diesen Zeitpunkt. Der kleine Käfer mit der Kraft, riesige Fichten zu töten, ist aktiv – so, wie er es in den vergangenen Jahren war. Allein im 18 000 Hektar großen Waldgebiet, das das Forstamt Schönbrunn betreut (10 000 Hektar Staatswald, 7000 Hektar Kommunal-, knapp 6000 Hektar Privatwald, größtenteils nicht beförstert) hatte er bis Mitte des vergangenen Jahres auf 1139 Hektar Totalschaden angerichtet – 741 Hektar Staats- und 398 Hektar Betreuungswald waren betroffen. Auf etwa der Hälfte der in den Wald gesprengten Löcher, hat die Natur bereits etwas angeschoben. „Dort verjüngt sie sich selbst“, sagt Thomas Zehner. Der amtierende Leiter des Forstamts Schönbrunn spricht von weiteren 346 Hektar, die sich ebenfalls natürlich verjüngen können. Allerdings auf 202 Hektar werde nichts passieren. So der Stand am Stichtag 30. Juni 2021. Doch der Käfer hat weitergefressen, das wissen Zehner und seine Kollegen nur zugut. Deshalb wird das Schadflächenkonzept weitergeschrieben.
Ein Schritt Richtung Zukunftswald Löcher stopfen
Katja Wollschläger 04.05.2022 - 17:12 Uhr