Ein Dorf feiert sich Sieben Jahrhunderte Sachsenbrunn

Karl-Wolfgang Fleißig

Sachsenbrunn (Landkreis Hildburghausen) ist vor vielen Jahrzehnten aus mehreren Dörfern entstanden. Eines hatte 700-jähriges Jubiläum. Gefeiert wurde das gemeinsam. Bilder vom großen Umzug stehen in unserer Bildergalerie.

Das Wochenende stand im Eisfelder Ortsteil Sachsenbrunn ganz im Zeichen der 700-Jahr-Feier des Ortes sowie des 16. Lindenfestes. Nach einem Umzug durch den Ort trafen sich die Sachsenbrunner und ihre Gäste am Samstag zu einem Festakt an der historischen Tanzlinde und der alten Schule.

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Ortsteilbürgermeister Mike Hartung begrüßte zu diesem Anlass auch Eisfelds Bürgermeister Sven Gregor, den ehrenamtlichen zweiten Beigeordneten des Landkreises Hildburghausen Rolf Kaden, Vertreter des Eisfelder Stadtrates und natürlich den Vorsitzenden des Vereins „Tanzlinde Sachsenbrunn“ André Löbel.

„Wo feiern wir, an der alten oder der neuen Tanzlinde?“ – die Sachsenbrunner haben die bekannte Qual der Wahl. Aber man hat sich aus Tradition für die rund 360 Jahre alte Tanzlinde entschieden. Hartung verwies in seiner Begrüßung auch nochmals darauf, dass man Feierlichkeiten nicht mehr nach den ehemaligen Ortsteilen Schwarzenbrunn und Sachsendorf unterscheidet, ist man doch mehr als 70 Jahre zu Sachsenbrunn zusammengewachsen. „Wir sind eine Kommune, ein Dorf und da feiern wir zusammen“, sagte er. Der Ortsteilbürgermeister bedankte sich bei allen, die sich am Umzug beteiligt haben und beim Festkomitee, hatte man doch seit „Wochen schon mehrere Planungen für die Organisation“ durchgeführt. Mike Hartung freut sich, dass das ganze Fest so gefeiert werden konnte und der Zuspruch durch die Bevölkerung da war. Ein Dank ging auch an die Ortchronistin Renate Hofmann für die Arbeit an der Festschrift. Eigentlich sollte diese Festschrift auf dem Lindenfest präsentiert werden, „aber leider ist sie noch nicht da“.

Eisfelds Bürgermeister Sven Gregor sieht es immer als einen „schönen Anlass, wenn in Orten Jubiläen gefeiert werden können“. Er erkennt in Sachsenbrunn auch einen fortschrittlichen Ortsteil von Eisfeld. Sachsenbrunn ist der größte Ortsteil. Gemeinsam mit dem Ortsteilrat, dem Ortsteilbürgermeister, aber auch mit allen Einwohnern will man das Gemeindeleben gut gestalten. Sven Gregor freut es, dass man das 16. Lindefest an diesem Wochenende feiern konnte und es sich großer Beliebtheit erfreut. Trotz einiger Regentropfen sah der Eisfelder Bürgermeister den Festumzug als einen ersten Höhepunkt des Wochenendes. Sven Gregor gratulierte den Sachsenbrunnern und überbrachte die Grüße von Stadtrat und Stadtverwaltung. Wie zu Jubiläen üblich, gab es auch ein kleines Geschenk: „Zwei Tanzlinden sind ja bereits vorhanden, vielleicht wäre ein weiterer Baum auch für öffentliche Grünanlagen ein Geschenk.“ So gab es einen Gutschein für einen Baum nach Wahl, der schließlich eine öffentliche Grünfläche schmücken und an das 700-jährige Jubiläum erinnern soll.

Der Vertreter des Landkreises, Rolf Kaden, überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Landrates Thomas Müller. Nach den Worten Kadens ist Sachsenbrunn eine jüngere Gemeinde im Landkreis Hildburghausen. In den vergangenen 70 Jahren Sachsenbrunns sieht Kaden eine bewegte Geschichte – angefangen mit dem Zusammenschluss von Schwarzenbrunn und Sachsendorf hin über das Hinzukommen der „Waldgemeinden“, die das Tor zum Thüringer Wald wurden und hat sich fortgesetzt mit dem Zusammenschluss mit der Stadt Eisfeld am 1. Januar 2019.

In diesem Zusammenschluss sieht Rolf Kaden eine „sehr gute Wahl, denn Sie haben sehr viel nach Eisfeld mit eingebracht“. Dazu zählt Kaden die Tanzlinde, das Murmelmuseum, aber auch die zahlreichen Vereine. Andererseits erben die Sachsenbrunner auch viel von Eisfeld, wie beispielsweise das Schloss, oder eine solide wirtschaftende Stadt im Landkreis Hildburghausen. „Trotz der schweren Zeiten in den beiden vergangenen Jahren 2020 und 2021 konnten Wünsche von Ihnen erfüllt werden. So gehören dazu die Sportplatzsanierung oder die Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos.“

Nach den Worten des Beigeordneten ist es immer wichtig, dass die Identität der Eingemeindeten immer erhalten bleibt. „Das haben Sie hier mit Ihrer Jahrfeier und mit dem Umzug vorbildlich demonstriert, bei dem sich alle Vereine beteiligt haben. Sie reihen sich in die Anzahl all derer ein, die Woche für Woche im Landkreis Feste ausrichten.“ Stellvertretend für alle Vereine, die sich an der Organisation der Jahrfeier beteiligt haben, gab es für den Tanzlindenverein zur Finanzierung einen Scheck in Höhe von 500 Euro. In die Begrüßungsrunde stimmte letztlich auch der Vorsitzende des Tanzlindenvereins, André Löbel, mit ein.

Für die kulturelle Umrahmung sorgten zu diesem Festakt die „Werrataler Musikanten“, und Mitglieder der Sachsenbrunner Kirmesgesellschaft zeigten ihr tänzerisches Können. In der alten Schule spulte ein Beamer eine Dokumenten- und Bildpräsentation von Sachsenbrunn und seiner Historie ab. Die Feierlichkeiten klangen am Abend mit der Musik der Band „Logo“ aus, zu der fröhlich getanzt wurde.