Selbstverständlich dürfte man über den Sinn streiten, beim Auto den Schadstoff-Ausstoß an der dritten Nachkomma-Stelle zu senken, während Hochseeschiffe grenzenlos Gift in die Luft blasen dürfen. Und ob es nicht besser wäre, bei Zementwerken oder in der Landwirtschaft mit CO2-Begrenzungen anzufangen, weil viel mehr gewonnen wäre. Man könnte aber auch fragen, ob man für Motoren oberhalb von 1,5 Litern Hubraum die Steuer nicht progressiv gestaltet wie die aufs Einkommen auch?
Oder vielleicht doch eine City-Maut? Die sei einem Fahrverbot deutlich überlegen, heißt es in einem Plädoyer aus dem direkten Beraterstab der Bundesregierung. Bedingung: Die zusätzlichen Einnahmen müssten zweckgebunden in Rad- und Fußwege sowie den Ausbau des ÖPNV fließen – und eben nicht in die Finanzierung von Mütter- oder Respekt-Renten.
Immerhin scheint langsam eine Diskussion darüber in Gang zu kommen, warum Sprit für Autos eigentlich drastisch besteuert wird und Kerosin für Flugzeuge gar nicht. Es steht allerdings zu befürchten, dass Lufthansa-Chef Carsten Spohr der Kanzlerin demnächst was von Arbeitsplätzen erzählt.