Eigener Inhalt Grandland Hybrid: Blitz mit Stecker

Noch bevor der rein elektrische Corsa im Schaufenster steht, findet man dort den Grandland X als Doppelherz-Version - das erste Hybrid-Auto von Opel überhaupt.

Eben noch haben sie sich bei Opel über schwarze Zahlen nach langer Zeit gefreut, da verhagelt ihnen das vierte Quartal die Stimmung. Gut ein Drittel weniger Autos konnten die Rüsselsheimer da im Vergleich zu 2018 absetzen. Folge der Sanierung durch PSA, denen die Kleinwagen Karl und Adam, das Cabrio Cascada und der alte Zafira zum Opfer fielen. Umso höher stehen Modelle im Kurs, die zum SUV-Design einen Akku an Bord haben. Und noch bevor der rein elektrische Corsa im Schaufenster steht, findet man dort deshalb den Grandland X als Doppelherz-Version – das erste Hybrid-Auto von Opel überhaupt.

Die deutsch-französische Achse erweist sich da im Wortsinn als starker Antrieb. Zum 200 PS starken Benziner in der Allrad-Version (51 165 Euro) gesellen sich vorne ein E-Motor mit 110 PS und hinten einer mit 113. Macht in der Summe zwar bloß 300, schnickt den Grandland X aber schick nach vorne. Disziplinierter bewegt sind mit der 13,2-kWh-Batterie bis zu 59 Elektro-Kilometer (WLTP) drin, wobei um die 40 der Realität näherkommen. Ein blaues Licht über dem Rückspiegel signalisiert die abgasfreie Fahrt nach außen – falls die Polizei mal eine Umweltzone kontrollieren sollte.

Das Ganze gibt es ab April auch mit 224 PS Systemleistung und nur einem E-Motor für vorne (44 190 Euro). Weil der aber – anders als die Heck-Wicklung – nicht ohne kräftezehrendes Getriebe drehen kann, kommt die Front-Version nur auf 57 werksangegebene Kilometer Strom-Radius. Weiterer Vorteil des All­radlers: Rein elektrisch kann man die Kraft der zwei Achsen bis Tempo 80 nutzen. Und keine Sorge: So leer lässt der Grandland X den Akku nicht werden, dass zum Losfahren oder zur Stabilisierung des Hecks hinten kein Saft mehr zur Verfügung stünde.

Apropos: Während der Fahrt lässt sich der Stromhaushalt über vier Fahr-Modi regeln. Inklusive programmierbarer Rest-Reichweite. An der heimischen Steckdose dauert eine Komplett-Füllung gute sieben Stunden, mit Kraftstrom geht’s in vier und an einer Wallbox sogar in weniger als zwei. Sorgen um die Batterie muss man sich erst mal keine machen. Acht Jahre (bis 160 000 Kilometer) gibt Opel Garantie.

Beide Modelle sind ab Werk mit der bekannten Acht-Stufen-Automatik gekoppelt, das Fahrwerk gibt sich nicht zu straff, kommt aber mit den 1,9 Tonnen bestens zurecht. Ansonsten punktet Opels Jüngster mit erhöhter Sitzposition und bei 4,48 Metern Länge mit viel Luftigkeit auch in zweiter Reihe. Umso mehr, wenn man die Überkopf-Verglasung wählt. Dazu kommt ein angenehm übersichtlich gestaltetes Cockpit. Ins Gepäckfach passen 514 Liter, bei umgeklappten Rücklehnen sind es mehr als 1,65 Kubikmeter und an den Haken dürfen gebremst 1250 Kilo.

Vor allem aber ist der Grandland X nicht einfach nur ein Peugeot 3008 mit Blitz, sondern eher so etwas wie ein Opel mit ordentlich Löwe und etwas Doppelwinkel. Mit auf Wunsch schwarz lackierter Motorhaube und einem Dach, das zu schweben scheint. Wobei die verkleidete C-Säule natürlich ein nicht ganz billiger Trick ist – aber ein schicker eben auch.

Elektrifiziert übrigens folgen in diesem Jahr noch Corsa, Vivaro und Mokka. Im Zeichen des Blitzes bleibt es also spannend ...

 

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