Eigener Inhalt Ford Cosworth: Ein legendäres Triebwerk wird 50

obs/Ford-Werke GmbH Quelle: Unbekannt

Sieg beim Formel-1-Debüt und 16 Jahre lang siegfähig – einer der erfolgreichsten Rennmotoren der Geschichte wird in diesen Tagen 50: der legendäre Ford Cosworth V8.

Seine Geschichte ist eng mit vier Namen verknüpft: dem genialen Konstrukteur und Lotus-Gründer Colin Chapman, den Ingenieuren Mike Costin und Keith Duckworth sowie mit Walter Hayes, seinerzeit PR-Direktor von Ford in Großbritannien.

Nach der Formel-1-Saison 1965 erlaubte der Automobil-Weltverband FIA Saugmotoren mit bis zu drei Litern Hubraum. Lotus baute jedoch kein konkurrenzfähiges Aggregat und so wandte sich Chapman an Duckworth, der 1958 mit Costin die Motoren-Schmiede Cosworth gegründet hatte. Für 100 000 Pfund, versprach er, würden sie einen wettbewerbsfähigen Drei-Liter-Motor bauen. Ford-Mann Hayes gab grünes Licht.

Das Resultat war ein nur 168 Kilo schwerer V8 mit zwei obenliegenden Nockenwellen pro Zylinderbank und vier Ventilen je Brennraum. Damit gab er für Jahrzehnte die Richtung im Rennmotorenbau vor. Eine weitere Besonderheit: Der in einem Stück gegossene Alu-Block erwies sich als so verwindungssteif, dass er als tragendes Element diente. Er wurde direkt an das Monocoque geschraubt und trug Getriebe samt Hinterachse.

Als der Cosworth beim dritten Saisonlauf 1967 in Zandvoort endlich fertig war, fuhr Jim Clark von Startplatz acht bis an die Spitze und holte für Ford den Premieren-Sieg. 1968 wurde Graham Hill dann erster Formel 1-Weltmeister mit dem V8. In 263 Grand Prix gab es 155 Siege. Zwischen 1968 und 1982 eroberten zwölf Fahrer und zehn Rennställe mit dem Cosworth den WM-Titel. Und: Zwischen dem Debüt-Sieg und dem letzten Erfolg 1983 liegen mehr als 16 Jahre – kein anderer Formel 1-Motor blieb über einen so langen Zeitraum siegfähig.

Schnell wurden andere Teams auf den Erfolgsmotor aufmerksam. Der Cosworth produzierte mit zunächst 410 PS zwar weniger Leistung als die Zwölfzylinder der Konkurrenz, besaß aber Vorteile bei Fahrzeugbalance und Gewicht. Hayes überredete Chapman, auf sein Exklusivrecht zu verzichten. Prompt standen die Teams Schlange und der Cosworth wurde zum gefragtesten Triebwerk der Formel-1-Geschichte. Neben Lotus siegten über die Jahre auch McLaren, Matra, Brabham, March, Tyrrell, Hesketh, Williams, Penske, Wolf und Ligier mit dem unverwüstlichen V8.

Anfang der 1980er-Jahre neigte sich die Dominanz dem Ende zu. Turbo-Motoren waren das Maß der Dinge, und nur weniger betuchte Rennställe blieben dem Ford-Motor treu. Dem Finnen Keke Rosberg gelang 1982 das Kunststück, im Williams den Titel gegen die vermeintlich übermächtige Konkurrenz zu erringen – und 1983 in Detroit zeigte Michele Alboreto im Tyrrell den Gegnern ein letztes Mal die vier Endrohre des Cosworth

 

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