Wie unterdessen der Frühling hier schmeckt? Nicht nur nach Honig, auch nach dem ersten frischen Gemüse der Saison, nach knackigem Salat aus der Region, nach Radieschen und Tomaten, nach selbstgemachtem Käse direkt vom Bauernhof. Und nach einem Gläschen Rosé auf einer Restaurant-Terrasse mit Weitblick über diese irgendwie archaische Landschaft, all diese in die Gegend gesprenkelten Dörfer, denen noch niemand eine Fabrik neben die Dorfkirche gepropft und ein Hochhaus vor die Ortsmauer gepflanzt hat.
Die Provence – gerade hier im Luberon – ist noch so stimmig, so unverdorben. Und was zerstört war wie das Dorf Gordes, ist wieder aufgebaut. Es macht Spaß, über die Märkte zu bummeln, in kleinen Geschäften Zutaten einzukaufen. Und am Ende schmeckt die Provence nach allem, was das Rezeptbuch an herzhafter Landküche mit mediterranem Einschlag hergibt – ob am Herd des Ferienhauses oder im Lokal.
Und wenn man später zu Hause eines dieser mitgebrachten Honiggläser aufschraubt und probiert, dann ist das Provence-Gefühl auf einen Schlag wieder da. Was tun, wenn der Honig alle ist? Wieder hinfahren. Am besten im Frühling.
Fotos: Helge Sobik