Aus Sicht von Ministerin Schenk gehen die bisherigen Vorschläge des Bundes zur Pflegereform nicht weit genug. "Sie schaffen keine verlässliche Perspektive für Pflegebedürftige und ihre Familien, insbesondere mit Blick auf die Entwicklung der Eigenanteile." Zu einer grundlegenden Reform gehöre auch, dass der Bund seiner Verantwortung gerecht werde und versicherungsfremde Leistungen dauerhaft aus Steuermitteln finanziere. Dazu zählten unter anderem pandemiebedingte Sonderkosten, die Ausbildungsumlage und vor allem die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige.
Entlastung mit wachsender Aufenthaltsdauer
Je länger jemand in einem Pflegeheim ist, desto stärker greifen Zuschüsse der Pflegekassen. Damit sinkt die Belastung mit der Aufenthaltsdauer. Ab dem zweiten Jahr im Pflegeheim liegt die Eigenbeteiligung in Thüringen bei derzeit 2.857 Euro, ab dem dritten Jahr bei 2.448 Euro und ab dem vierten Jahr bei 1.936 Euro, wie es hieß.