Lange fiel es Klaus Lamprecht, dem ehemaligen Bürgermeister der Stadt Suhl, nicht mehr so schwer eine Rede zu schreiben, wie für diesen Tag. Es ist der 8. September. Noch liegt der Spätsommer über der Waffenstadt. Durch die Baumkronen im Stadtpark blitzen die Sonnenstrahlen des Vormittags hindurch. Eine kleine Gruppe von Menschen, es sind etwa 20, steht am Ehrendenkmal im Grün. Es ist den Kämpfern gegen den Faschismus gewidmet. Während eine der steinernen Figuren im Denkmal heroisch die Fahne schwingt, steht ihm eine Frau gegenüber. Sie hält eine blau-weiß gestreifte Fahne mit rotem Dreieck vor sich – das Symbol der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes.