Ehrenamt Doppelte Ehrung für eine Milzer Bürgerin

Dankende Worte und Blumen für Anneliese Wolf von Bürgermeister Heiko Bartholomäus für ihre langjährige Arbeit als Ortschronistin Foto: Kurt Lautensack

Vereine und Organisationen leben von der ehrenamtlichen Arbeit ihrer Mitglieder. Zu ihnen gehört die Rentnerin Anneliese Wolf aus Milz.

Milz - Gleich zwei Anlässe boten in einer gemeinsamen Veranstaltung des Seniorenklubs der DRK-Ortsgruppe und des neu gegründeten Heimatvereins Milz die Gelegenheit, Anneliese Wolf für ihre Jahrzehnte lange ehrenamtliche Arbeit zu danken. Denn als bekannt wurde, dass ihre Anneliese ihre bisherige Tätigkeit als Ortschronistin und als Vorsitzende des Seniorenklubs aufgeben und in andere Hände übertragen möchte, waren die Milzer natürlich hellwach. Wenn Annelies Wolf mit ihren 83 Jahren aufhören möchte, war das natürlich verständlich, doch sollte dies in einem würdigen Rahmen geschehen.

Albert Seifert als aktives Mitglied des Seniorenklubs der DRK-Ortsgruppe hatte dazu vergangenen Woche ins Milzer Kulturhaus eingeladen, um Anneliese Wolf für ihre Arbeit zu würdigen. Dieser Einladung war auch Marina Schmidt vom DRK-Kreisverband Meiningen nachgekommen, die im Kreisverband für Soziales zuständig ist. Ergänzend sei hierzu gesagt, das die Ortsgruppe auch nach der Kreisreform im Kreisverband Meiningen verbleiben wollte und es auch noch heute ist. Beide, Seifert und Schmidt, würdigten die Seniorin als äußerst aktive Leiterin des Seniorenklubs, den sie seit der Gründung 1999 leitete. „Wir sind froh, dass wir sie haben“, sagte Marina Schmidt, die selbst die dörflichen Gepflogenheiten im Grabfeld kennt, „weil sie auf die Leute zugehen und mit ihnen reden kann“. So habe sie Vorträge, Seniorentreffs, sportliche Betätigungen und vieles mehr organisiert.

Dem konnte Albert Seifert nur beipflichten, der sie als „engagierte und organisationsfreudige Einwohnerin“ schätzt und ihre Nachfolge antritt. Dass sie manchmal hartnäckig sein konnte und durchsetzungsfähig, wenn es um die Seniorenarbeit ging, beweisen die Vielzahl von verschiedenen Veranstaltungen. Natürlich hatte sie aktive Mitstreiter, meinte Anneliese Wolf nach den mehr als 20 Jahren ihrer Tätigkeit befragt. „Bei der Gründung des Seniorenklubs waren wir 40 Mitglieder, heute sind es noch 15“, sagt sie. Aber es freut sie, dass es weitergeht und vielleicht stoßen ja wieder einige dazu. „Wir haben viel unternommen, haben die Museen in Römhild und Bad Königshofen besucht, haben Fahrradtouren und Busfahrten gemacht und die Angebote des DRK sehr gerne angenommen“, so ihr Fazit.

Wesentlich länger ist Anneliese Wolf schon als Ortschronistin tätig gewesen, was auch Henri Eppler als Nachfolger würdigte. Ihr Interesse an der Milzer Ortsgeschichte brachte teilweise auch schon ihre berufliche Tätigkeit in der Gemeinde mit sich. Von 1960 bis 1978 war sie als Sachbearbeiterin in der Gemeinde tätig und sei damit nah am Ortsgeschehen gewesen, erklärt sie selbst. Danach war sie in gleicher Tätigkeit bis 1991 im Töpferhof Gramann angestellt, die Dorfgeschichte hat sie aber nie aus den Augen verloren. Die Wendezeit habe dann viele arbeitslos werden lassen. Rolf Bartholomäus, zu dieser Zeit ebenfalls im Töpferhof tätig, habe damals zu ihr gesagt: „Komm Anneliese, wir übernehmen zusammen die Geschicke der Gemeinde“.

Rolf Bartholomäus wurde Bürgermeister und sie war ab 1992 drei Jahre als ABM-Kraft in der Gemeinde tätig und mit der Aufarbeitung des Dorfgeschehens beschäftigt. Danach war sie bis zum Zusammenschluss zur Stadt Römhild 2013 fest angestellt und fand in Rolf Bartholomäus immer die Unterstützung, die sie brauchte, wenn es um die Ortsgeschichte und um die Aufbereitung von Archivmaterial ging. Schließlich hat er auch selbst an der Dorfgeschichte als Bürgermeister und durch seine Mitwirkung in Vereinen mitgeschrieben.

„Einmal damit befasst, lässt einen die Entwicklung des Dorfes und seine Geschichte nicht mehr los“, meint Anneliese Wolf. Und so war sie die treibende Kraft, als es um die Einrichtung eines Dorfmuseums ging, das im ehemaligen Gaden neben der Kirche eingerichtet wurde. Dafür wurde der Gaden durch die Gemeinde Milz aufwendig saniert und restauriert. Im Museum findet sich natürlich auch die Handschrift von Anneliese Wolf wieder, die so manche Stunden in der Woche ihrem Hobby gewidmet hatte.

Heiko Bartholomäus, der sich im Namen der Stadt und als Bürger von Milz für ihr engagiertes Wirken bedankte, brachte es auf den Punkt, als er sagte: „Anneliese Wolf nahm alles auf, was so im Dorf passierte, um es vor allem für die Nachwelt festzuhalten“. Sie mag vielleicht recht haben, wenn sie sagt: „Meine Ära geht zu Ende“. Doch nach mehr als 60 Jahren des Mitwirkens an der Ortsgeschichte findet Anneliese Wolf im Heimatverein, dem sie angehört, mit seinem Vorsitzenden und künftigen Ortschronisten Henri Eppler einen würdigen Nachfolger.

 

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