Ebern Zuschlag geht an Stefan Kaiser

Auch das Eberner Altstadtfest fällt künftig in den Aufgabenbereich des Quartiermanagers - als langjähriger Festwirt hat Stefan Kaiser Erfahrung. Quelle: Unbekannt

Nach kontroversen Diskussionen steht der neue Quartiersmanager für Ebern fest. Der Stadtrat entscheidet sich anders, als die Verwaltung vorschlägt.

Ebern - In der Stadtratssitzung vom 13. Oktober hätte es schon eine Entscheidung geben sollen, doch die wurde vertagt: Nicht Michael Böhm von der Coburger Firma Projektm19, den die Verwaltung für den Job eines Quartiermanagers vorgeschlagen hatte, hat nun den Zuschlag erhalten, sondern Stefan Kaiser aus Unterpreppach.

Im Hauptausschuss Ende September hatten sich sowohl Böhm, ehemaliger Leiter des Stadtmarketings der Stadt Coburg und Quartiersmanager für die Stadt Bad Staffelstein, als auch die Firma K&M AG, vertreten durch Stefan Kaiser und Björn Hieber von der Firma Markatus (Rödental) als potenzielle Kandidaten vorgestellt. Geeignet seien sie beide, befanden die Hauptausschuss-Mitglieder, auch wenn sie wohl durchaus unterschiedliche Schwerpunkte und Erfahrungen im Bereich Quartiersmanagement hätten.

Also setzte die Verwaltung eine Beschlussvorlage auf, die im öffentlichen Teil der Sitzung am 13. Oktober beraten und abgesegnet hätte werden sollen. Die Wahl der Verwaltung fiel dabei auf Michael Böhm. Nun war die Mehrheit der Stadträte mit dieser Wahl aber nicht einverstanden - der Beschluss wurde vertagt und am Donnerstag erneut nichtöffentlich diskutiert. Die neue Beschlussvorlage, diesmal lautend auf Stefan Kaiser und seine K&M Arbeitsgemeinschaft, fand schließlich bei der Enthaltung seiner Frau, SPD-Stadträtin Karin Kaiser, und drei Gegenstimmen die Mehrheit des Gremiums (15 Pro-Stimmen).

"Schade, dass man nicht schon vor zwei Wochen den Wünschen der Stadtratsmehrheit hätte entsprechen können", befand CSU-Stadtrat Dieter Gerstenkorn. Dafür hatte aber ja die Beschlussvorlage geändert werden müssen.

Die hatte nun außerdem die Feststellung getroffen, dass der Schwerpunkt der K&M AG bisher bei Veranstaltungs-Durchführungen und Marketing gelegen habe und laut eigenen Aussagen keine Erfahrung im Quartiersmanagement vorlägen. Notwendige oder mögliche Förderprogramme oder -anträge seien bisher nicht durch die AG erarbeitet und eingereicht worden, hieß es: "Sie sollen aber Aufgabe des Quartiersmanagers sein." Die Aufgabe solle daher vertraglich im Aufgabenkatalog festgehalten werden.

Die Kernaufgaben eines Quartiersmanagers waren Ende Juli vom Stadtrat festgelegt worden. Er soll demnach nicht nur die Belebung der Altstadt voranbringen, sondern teilweise auch die Aufgaben der bisherigen Tourismus-Beauftragten Helen Zwinkmann übernehmen. Im Rahmen des Förderprogramms "Innen statt außen", das der Stadtrat zum wiederholten Male beschlossen hatte, solle obendrein die Darstellung, Vermarktung und Belebung der Altstadt verstärkt werden. Etwa dadurch, das künftig leerstehende Geschäftsräume und Gebäude vermarktet gezielt werden, beispielsweise durch direkte Ansprache der Eigentümer und möglicher Interessenten. Aber natürlich ist auch im Veranstaltungsbereich im Altstadtkern einiges zu tun. Die bereits eingeführten Veranstaltungen am Marktplatz - Oldtimer-Treffen, Mittelaltermarkt oder Altstadtfest - sollen erfolgreich fortgeführt sowie durch weitere Aktivitäten ergänzt werden. Hier spricht die Erfahrung für den langjährigen Festwirt des Altstadtfestes, Stefan Kaiser. Der Betreiber von Restaurant und Diskothek in Unterpreppach soll künftig gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe, die der Stadtrat einrichten wird, Prioritäten und konkrete Ziele für das Quartiersmanagement erarbeiten.

Die Beauftragung der K&M-Arbeitsgemeinschaft kann allerdings erst erfolgen, wenn die Regierung von Unterfranken den Zuwendungsantrag für einen Quartiersmanager bewilligt hat. Archivfoto: Hein

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