Zufrieden mit der Beteiligung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern an der Kundgebung vor Tor 1 der Firma Valeo in Ebern konnten die zuständigen Funktionäre von IG Metall und dem Betriebsrat am Standort nicht sein. Als um 14 Uhr Arbeitsschluss war, hofften die Verantwortlichen der Kundgebung auf zahlreiche Unterstützer aus dem Arbeitnehmerbereich. Die meisten von ihnen allerdings zogen es vor einen Ausgang neben dem Tor 1 zu nehmen, oder stahlen sich an den Funktionären vorbei, einzelne nur, blieben stehen, um sich die Reden anzuhören. Dem Ganzen ist wohl noch am Vormittag eine massive Einschüchterung der Bediensteten durch die Betriebsleitung vorausgegangen. Wie von mehreren Insidern zu hören war, hat wohl Werksleiter Dominik Tappert zur Hierarchie nach oben durch gegeben, dass die Kundgebung anstand. Auf Weisung von Harry Bätz, Europachef von Valeo, hätten dann die Abteilungsleiter die Weisung erhalten, den Bediensteten zu verbieten, ihren Arbeitsplatz vor 14 Uhr vorzeitig zu verlassen. Die Kundgebung war für 13.30 Uhr angesetzt, damit eventuell auch Mitarbeiter, die um 14 Uhr ihre Arbeit aufnahmen, noch hätten teilnehmen können. Klar, Arbeitnehmer haben ihre Pflicht zu erfüllen und ihre Arbeitszeiten einzuhalten. Ganz sicher hätte es aber der Werksführung gut zu Gesicht gestanden, die kurze Kundgebung nicht durch Weisungen zu boykottieren und vielleicht hätte auch von der Werksführung jemand Flagge zeigen können und einige Worte an die Teilnehmer der Kundgebung zu richten. Sicher hätte das die Situation entspannt und möglicherweise auch Respekt für die "Oberen" gebracht. Sich in den Büros hinter Fenstern zu verstecken, ist auch keine Lösung um den Arbeitnehmern eventuell etwas Angst um ihre berechtigten Sorgen zu machen.