Ebern Vermisste nach stundenlanger Suche gefunden

Michael Will

Einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr, BRK und weiteren Hilfsorganisationen gab es in der Nacht zum Mittwoch in Ebern. Gesucht wurde eine junge Frau.

Im Hof vor dem Rotkreuzhaus fanden während des Sucheinsatzes immer wieder Lagebesprechungen zwischen Polizei, Feuerwehr und BRK statt. Foto: Will

Ebern - Eine groß angelegte Vermisstensuche hat am frühen Mittwochmorgen ein glückliches Ende genommen. Eine seit dem Nachmittag vermisste Frau wurde rund zwölf Kilometer Luftlinie von ihrem Wohnort entfernt gefunden. Sie wurde zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

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Rund 115 Frauen und Männer von Feuerwehren, Polizei, Bayerischem Roten Kreuz und anderer Hilfsorganisationen waren stundenlang im Einsatz, bis spät in der Nacht die erlösende Nachricht vom Auffinden der Person gemeldet wurde. Die junge Frau hatte am Dienstagnachmittag ihre Wohnung mit unbekanntem Ziel verlassen. Nach Angaben der Polizei versuchte ihre Mutter, sie telefonisch über Handy zu erreichen, was allerdings misslang. In Sorge um ihre Tochter verständigte die Mutter schließlich die Polizei, wie der Eberner Dienststellenleiter Detlef Hauck mitteilte. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der jungen Frau etwas zugestoßen sein könnte, leitete die Polizei Ebern umgehend erste Maßnahmen ein. Gegen 22 Uhr ließ die Polizei schließlich über die Integrierte Leitstelle Schweinfurt den BRK-Einsatzleiter Rettungsdienst alarmieren, um weitere Maßnahmen abzusprechen. Kurz darauf wurden zahlreiche Einheiten von Rettungsdienst, Schnelleinsatzgruppen, Rettungshundestaffeln sowie der Feuerwehren aus der Umgebung alarmiert.

Unterdessen kreiste bereits der Polizeihubschrauber "Edelweiß 4" aus Roth im Nachthimmel über Ebern und suchte aus der Luft nach der Vermissten. Dabei kam neben einem starken Suchscheinwerfer vor allem eine Wärmebildkamera zum Einsatz. Die Suche konzentrierte sich zunächst auf ein großes Waldgebiet zwischen Unterpreppach und Reutersbrunn rund um den Hohlen Stein. Wie die Polizei erfahren hatte, sei die Frau in diesem Bereich des Öfteren als Joggerin unterwegs. Während der Polizeihubschrauber unablässig die Suche fortsetzte, trafen sich die Einsatzkräfte im Rotkreuzhaus in Ebern im großen Lehrsaal zu einer Lagebesprechung und legten anhand von Kartenmaterial die Suchgebiete fest, die schließlich von Rettungshunden in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr durchstöbert wurden. Die Feuerwehr fuhr zahlreiche Waldwege ab.

Insgesamt wurden neun Rettungshundestaffeln aus Unter- und Oberfranken alarmiert, die nach und nach am Lagezentrum am Rotkreuzhaus in Ebern eintrafen. Die Einsatzleitung seitens des Rettungsdienstes hatte René Rebhan. Insgesamt standen fünf Mantrailer sowie 13 Flächensuchhunde zur Verfügung, wie Wolfgang Amend als Abschnittsleiter von der BRK-Rettungshundestaffel Haßberge sagte. So waren schließlich insgesamt 18 Rettungshunde mit 30 Hundeführer und Helfern im Einsatz. Alarmiert waren die BRK-Rettungshundestaffeln Haßberge, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen und Coburg sowie die Rettungshundestaffeln des ASB Schweinfurt, Coburg-Land und Kronach, der Johanniter Schweinfurt und der Feuerwehr Sömmersdorf.

Die einzelnen Teams wurden in vorher festgelegte Suchgebiete geschickt und von ortskundigen Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehren dorthin gelotst. Ein Mantrailer wurde an der Wohnung der Vermissten angesetzt und nahm von dort die Suche auf. Später wurde im Waldstück zwischen Unterpreppach und Reutersbrunn ein Handschuh gefunden; die Mutter der Vermissten identifizierte ihn als Kleidungsstück ihrer Tochter.

Gegen 2.45 Uhr, rund vier Stunden nach Beginn der Suchmaßnahmen, kam die erlösende Nachricht, dass die junge Frau in Breitbrunn gefunden wurde. Wie sie dorthin gekommen ist, ob sie die Strecke von ihrem Wohnort aus zu Fuß zurücklegte und weshalb konnte nicht geklärt werden. Die Ermittlungen der Polizei dazu dauern an.

Insgesamt waren 115 Einsatzkräfte vor Ort. Rund 50 von Rettungsdienst, der Schnelleinsatzgruppe "Information und Kommunikation" der Bereitschaft Eltmann, der SEG Verpflegung aus Hofheim sowie BRK-Einsatzleiter René Rebhan. Mit 53 Helfern waren die Feuerwehren Ebern, Unterpreppach, Heubach, Reutersbunn, Eichelberg, Rentweinsdorf, Eyrichshof und Jesserndorf unter Einsatzleiter David Pfeufer und mit Unterstützung von Kreisbrandinspektor Thomas Habermann und Kreisbrandmeister Jonas Ludewig an der Suche beteiligt. Die Polizei war mit mehreren Streifen aus Ebern und Haßfurt sowie einem Polizeihubschrauber unter Einsatzleitung von Detlef Hauck mit zwölf Beamtinnen und Beamten beteiligt.