Ebern Jede Minute zählt

Rudi Hein

Sie sollten am besten nie zum Einsatz kommen, doch es ist wichtig, dass es sie gibt: Ebern ist froh über vier neue Defibrillatoren im Stadtgebiet.

Ebern - Der Vorstandssprecher der VR-Bank Lichtenfels Ebern eG, Christian Senff, und der Regionalmarktleiter der Bank in Ebern, Joachim Mahr, waren zum Pressetermin im Feuerwehrhaus Ebern erschienen, um offiziell zu übergeben, was schon seit einiger Zeit übergeben worden war.

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In Heubach, am Haus der Bäuerin, an den Feuerwehrgebäuden in Bischwind am Raueneck, Eyrichshof und Ebern sind seit Kurzem beheizbare und mit der Rettungsleitstelle verbundene Metallkästen angebracht, die jeweils einen Defibrillator des Typs SAM 350P enthalten. Christian Senff wünschte sich für die Geräte nur eines: Sie sollten am besten nie zum Einsatz kommen.

David Pfeufer, Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Ebern, bedankte sich für die großzügige Spende der Bank im Wert von 10 000 Euro um so mehr als die vier Geräte die ersten sind, über die die Feuerwehren der Stadt verfügen können.

Die Bedienung sei "idiotensicher", das heißt, für jedermann problemlos durchzuführen. Mit einer beigepackten Schere müsse man die Kleidung des Patienten über dem Herzen aufschneiden, die selbstklebenden Elektroden anlegen und dann einfach den Anweisungen des Gerätes folgen.

Plötzlicher Herzstillstand fordert mehr Menschenleben als Brustkrebs, Lungenkrebs, AIDS und Schlaganfall zusammen. Erfolgt nicht innerhalb von zehn Minuten eine Defibrillation, sinkt die Überlebenschance fast auf null. Deshalb sind solche Geräte in öffentlichen Gebäuden, in Einkaufszentren und Flugzeugen, Hotels und Kongresszentren installiert, allerdings leider noch nicht flächendeckend.

Die vier neuen Geräte sind viel mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Problematisch bleibt, dass kaum jemand weiß, wo der nächste Defibrillator im Notfall zu finden ist. Die App "mydefibri" meldet für Ebern zwei Geräte, eines im Gymnasium und eines am Marktplatz. Es gibt noch Geräte im Freibad, bzw. Hallenbad und bei Valeo, die sind allerdings nicht immer öffentlich zugänglich. Am Rathaus in Rentweinsdorf befindet sich seit dem 26. Mai ein weiteres Gerät. Die Feuerwehr Jesserndorf hat aus Eigenmitteln eines angeschafft. Eine ständig aktualisierte Liste wäre wohl auch im Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft keine schlechte Idee.