Ebern Baudirektion nimmt weitere Hürde

Ebern - Der Bauausschuss der Stadt Ebern widmete sich in der vergangenen Sitzung auch dem Bauvorhaben der Landesbaudirektion und die damit einhergehende 5.

Ebern - Der Bauausschuss der Stadt Ebern widmete sich in der vergangenen Sitzung auch dem Bauvorhaben der Landesbaudirektion und die damit einhergehende 5. Änderung des Bebauungsplans "Westlich der Bahnhofstraße". Im Fokus standen am Mittwoch besonders die Stellungnahmen, die während der öffentlichen Auslegung der derzeitigen Planung vom 24. August bis 25. September in der Verwaltung eingegangen waren.

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Insgesamt wurden elf Fachbehörden und Träger öffentlicher Belange sowie die Nachbargemeinden angeschrieben. Sechs Behörden, der Bund Naturschutz sowie ein Bürger bezogen Stellung - und gaben weitgehend ihr Wohlwollen oder zumindest keine Einwände zu Protokoll.

Anregungen gab es jedoch vom Bund Naturschutz (BN) Ebern bezüglich der bebauten Fläche. Derzeit ist das Grundstück zu weniger als 50 Prozent überbaut. Die Stadt Ebern möchte mit dem Neubau die GRZ jedoch von maximal 0,6 auf dann 0,9 erhöhen - ein Versiegelungsgrad, der für eine Biodiversitätsstadt "ungewöhnlich hoch" liege, wie der BN anmerkt. Dieser solle nicht erhöht werden und stattdessen Home-Office-Lösungen und damit eine Einsparung der Büroflächen angestrebt werden. Die Verwaltung nahm dies zwar zur Kenntnis, quittierte den Vorschlag jedoch mit einem knappen: weniger geht nicht.

Ein besonderes Augenmerk wurde auch auf die derzeit auf dem Grundstück ansässigen Mehlschwalben gelegt. Die Tiere gelten in ihren Beständen als "gefährdet" und sind auf der Roten Liste der bedrohten Arten zu finden. Der BN wies darauf hin, dass es nicht genüge, Ersatzquartiere auf anderen Grundstücken zu schaffen, sondern abzuwarten, bis diese auch angenommen worden seien. Um den Bau nicht zu verzögern, rege man daher an, bereits im kommenden Frühjahr. Dem verlieh auch Stadtrat Klaus Schineller nochmals mit einer Wortmeldung Nachdruck. Jürgen Hennemann und Martin Lang verwies jedoch im Namen der Stadt darauf, dass für die Umsiedelung der Tiere bereits entsprechende Maßnahmen mit den Fachstellen besprochen angelaufen seien und eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung gegebenenfalls beantragt würde.

Verlesen wurde als einzige Stellungnahme aus der Bevölkerung der auch der Vorschlag des Försters im Ruhestand Eberhard Ponader. Dieser sprach sich dafür aus, bei der Gestaltung des Gebäudes auf Holzbauweise zu setzen. Dem schloss sich auch der Bund Naturschutz an. Als gestalterischer Vorschlag falle dies nicht in den Fachbereich der zu beschließenden Bebauungsplanänderung, so die Ausführungen von Bürgermeister Hennemann und Bauamtsleiter Martin Lang. Der Bauausschuss goutierte dies jedoch als Anregung für die spätere Ausschreibung. Ebenfalls vorgeschlagen und zur Kenntnis genommen wurden Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge und die Ausstattung der Gebäudedächer mit Photovoltaikanlagen. Zu nahezu allen Punkten verwiesen Bürgermeister und Bauamtsleiter jedoch auf die Abstimmung mit den jeweiligen übergeordneten Fachstellen.

Im weiteren Verfahren beschloss der Bauausschuss einstimmig, die eingereichten Stellungnahmen in die Planung einzuarbeiten, falls nicht bereits geschehen. Dem Stadtrat wurde empfohlen, die Änderungen des Bebauungsplans als Satzung zu beschließen. Die nächste Sitzung des Eberner Stadtrats ist am Donnerstag, 29. Oktober anberaumt. shu