Dynamik-Ranking Studie sieht Ilmenau als Aufsteiger-Stadt Deutschlands

Erfolgsfaktor Universität: Auch die TU trägt mit ihren Studenten und Beschäftigten zur dynamischen Entwicklung Ilmenaus bei. Foto: /ari (Michael Reichel)

Ilmenau als Top-Aufsteigerstadt Deutschlands, Bad Salzungen auf Rang 3, selbst Suhl erreicht Platz 44 von 587: Ein neues bundesweites Mittelstädte-Ranking beschert Südthüringer Orten ungewohnt hohe Platzierungen. Die Forscher attestieren den Städten eine ungewöhnlich dynamische Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren. Liegt es vor allem an den Eingemeindungen?

Suhl/Hünxe - Kaum eine andere mittelgroße Stadt Deutschlands hat in den vergangenen fünf Jahren eine solch dynamische Entwicklung hingelegt wie Ilmenau und Bad Salzungen. In einem am Montag veröffentlichten Städte-Ranking der Kommunalwissenschaftler von Contor-Regio und der Zeitschrift „Kommunal 600“ stehen die beiden Südthüringer Städte auf den Plätzen 1 und 3 der Liste von 587 Städten zwischen 25 000 und 75 000 Einwohnern. Auch Suhl, Sonneberg und Meiningen erreichen mit Rang 44, 86 und 94 gute Platzierungen im oberen Tabellenbereich. Platz 2 ging nach Döbeln in Sachsen. Das ostwestfälische Schloss Holte-Stukenbrock war auf Rang 5 die bestplatzierte West-Stadt.

Die Forscher haben für das Ranking nach eigenen Angaben 67 Indikatoren rund um das Thema „Entwicklung und Wachstum“ ausgewertet und deren Entwicklung über fünf Jahre hinweg analysiert. Zu den berücksichtigten Faktoren gehörten etwa die Arbeitslosenquote, die Zahl der Insolvenzen, Steuereinnahmen, private Investitionen und die demografische Entwicklung. Nach Angaben der Forscher handelt es sich um „das größte Städte-Ranking aller Zeiten in Deutschland“.

„Es gibt überall in Deutschland Mittelstädte mit Aufwärtsentwicklung, aber nirgends so viele wie in Thüringen und Sachsen“, heißt es in der Auswertung der Studie. Und: „Die größten Chancen auf eine gute Platzierung hatten Städte, die von geringem Niveau deutlich zugelegt haben.“

Dementsprechend finden sich am unteren Ende der Liste viele Kommunen, deren Wachstumspotenzial auch deshalb nicht mehr so hoch ist, weil sie schon sehr gute sozioökonomische und demografische Daten aufweisen. Städte in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sind folglich im unteren Teil der Liste besonders häufig zu finden.

Vor einigen Wochen hatte das Institut ein Ranking der selben 587 Städte veröffentlicht, das die aktuelle Stärke statt deren Entwicklung berücksichtigt. Hier lagen Ilmenau (Rang 471), Suhl (506) und Bad Salzungen (551) sehr weit hinten. Kombiniert man Ist-Stärke und Dynamik, so rangieren Sonneberg (Rang 86) und Meiningen (94) relativ weit vorne und insgesamt besser als die anderen Südthüringer Städte.

Bei aktuellen Dynamik-Ranking Ilmenau schnitt in vielen Kategorien gut ab, in Bad Salzungen fiel den Forschern vor allem „die rasende Geschwindigkeit beim Bau neuer Einfamilienhäuser“ auf. Inwieweit der Spitzenwert für diese Städte damit zu tun hat, dass beide im Juli 2018 durch Eingemeindungen stark anwuchsen, war der Studie nicht zu entnehmen. er

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