Dürre im Kreis Sonneberg Aus Flüssen darf nichts geschöpft werden

„Hungersteine“ prägen den Blick auf die Steinach bei Oberlind in diesen Tagen. Foto: /Carl-Heinz Zitzmann

Zum Schutz des Wasserhaushaltes ist im Landkreis Sonneberg die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres verboten.

Durch seit Wochen nicht ausreichende Niederschläge und hohe Verdunstung hat der Wasserstand in hiesigen Gewässern stark abgenommen. Eine Verbesserung zeichnet sich derzeit nicht ab, Regen steht nicht zu erwarten. „Die Mindestwasserführung ist in den meisten Gewässern des Landkreises nicht mehr gegeben“, bringt das Landratsamt in einer Mitteilung vom frühen Freitagnachmittag die Problemlage auf den Punkt.

Zum Schutz des Wasserhaushaltes hat die Behörde deshalb am 17. Juni mit sofortiger Wirkung die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern wie Bächen, Flüssen und Seen untersagt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wurde von der unteren Wasserbehörde erlassen und gemäß der Hauptsatzung auf der Internetseite des Landkreises bekannt gemacht, so Kreissprecher Michael Volk.

Das Verbot der Wasserentnahme zum Zwecke der Bewässerung gilt unbefristet bis auf Weiteres. „Mit der Maßnahme soll eine ungeregelte und unbeschränkte Entnahme von Wasser aus den Gewässern unterbunden werden, die bei der gegenwärtigen Lage zu einer Bedrohung für die Tier- und Pflanzenwelt erwachsen könnte.“ Die Untersagung gilt auch für den Fall, dass eine wasserrechtliche Erlaubnis zur Wasserentnahme durch die zuständige Wasserbehörde erteilt wurde. Zuwiderhandlungen bleiben nicht ungestraft: Wer erwischt wird beim Verstoß gegen die Allgemeinverfügung müsse mit einem Bußgeld rechnen, kündigt das Landratsamt an.

Bereits in den Dürresommern der Jahre 2018 bis 2020 hatte der Landkreis Sonneberg die Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern untersagt. Dieses Verbot konnte nach Erholung der Pegelstände im Herbst jeweils wieder aufgehoben werden.

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