Dünnes Eis am Stausee Heyda Wasserversorger mit dringender Warnung

Schlittschuhlaufen auf dem Stausee: Die Fernwasserversorgung rät dringend davon ab, weil das Eis zu instabil sei. Foto: Klaus-Ulrich Hubert

Das Eis auf manchen Ilmenauer Teichen und auch auf der Talsperre Heyda lockt zur Schlitterpartie: Doch davon raten die Experten derzeit dringend ab.

Heyda/Ilmenau - Das winterliche Bilderbuchwetter bei zweistelligen Minusgraden hat zuletzt auf dem Stausee Heyda eine dicke Eisdecke wachsen verlassen. Auch am vergangenen Wochenende nutzten Spaziergänger aus der Region den Naherholungswert des „Ilmenauer Meeres“. Unter anderem wegen der geschlossenen Eishalle können hier ersatzweise die ersten Schlittschuh-Schritte des Nachwuchses erlebt werden.

Das ist allerdings sehr riskant – auch angesichts des derzeit einsetzenden Tauwetters. „Denn gerade unterm Schnee lauert die Gefahr von schlecht wahrnehmbaren Eisdünnstellen und Eiseinbrüchen“, sagt Alfons Burant vom 24-Stunden-Notfalldienst in Luisenthal.

An dieser Trinkwassertalsperre gibt es eine lückenlose Kameraüberwachung, die ähnlich dem Heydaer Staudamm-Auslaufbauwerk am Luisenthaler Entnahmeturm zeigt: Wo Wasser in Bewegung ist und zu- oder abströmt, ist es wärmer und minimiert, von oben kaum wahrnehmbar, von unten her die vermeintlich homogene Eisdicke.

„Noch größere Gefahr“, so der Fernwasserversorgungs-Notdienst, „bergen die ständigen Pegeldifferenzen der Stauseen“, mahnt Burant aus Erfahrung. So könne die Absenkung des heute noch aktuellen Stauziels schon morgen zur kaum merklichen Hohlraumbildung mit wannenförmiger Durchbiegung und Instabilität der Eisfläche führen.“

Am Wochenende prüfte die Feuerwache Heyda mit einfachen Mitteln die Eisbeschaffenheit in Ufernähe. Allein schon kräftige Stiefeltritte ließen trotz tiefer Temperaturen Wasser aufspritzen. Ein Beleg dafür, dass auch ein gestiegener Wasserpegel wegen des „Ausatmens“ des Sees unterm Eispanzer für Gefahr sorgen kann, lange bevor Tauwetter diese augenfällig macht.

Auch im Ilmenauer Teichgebiet – etwa auf dem Großen Teich – versuchten in den vergangenen Tagen einige Eiskunstläufer ihr Glück. Wegen des derzeit sehr geringen Wasserstandes unter dem Eis (deutlich unter einem Meter) sei das allerdings weniger gefährlich als an der Talsperre Heyda.

An sich ist das Schlittschuhlaufen hier aber ebenso wenig zulässig wie im Sommer das Baden an nicht ausgewiesenen Badestellen, sagte Oberbürgermeister Daniel Schultheiß am Dienstag auf Nachfrage. In dieser rechtlichen Grauzone bewege sich aber jeder auf eigene Gefahr – er selbst könne aber nur davor warnen, ähnlich wie an der Talsperre Heyda. Andererseits äußerte Schultheiß aber ein gewisses Verständnis für die Eisläufer, zumal die städtische Eishalle ja in dieser Wintersaison pandemiebedingt geschlossen sei und voraussichtlich auch nicht mehr öffnen werde.

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