Dreikönigssingen 2022 Sternsinger übermitteln Segen

Lena C. Stawski
Die Sternsinger (von links) Matha Emge, Clara Hauck, Mathilda Emge und Richard Hauck besuchten am Dienstagnachmittag das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen. Landrätin Peggy Greiser, Kreiskämmerer Christoph Zimmermann (rechts) und Fachbereichsleiter für Zentrale Steuerung und Innere Dienste Norbert Kröckel (zweiter von rechts) freuten sich über den Besuch. Sie übergaben Naschereien zusammen mit ihren Spenden an die Kinder. Foto: /Landratsamt

Als Könige verkleidet ziehen seit Sonntag die Sternsinger durch Meiningen, Behrungen und Wolfmannshausen und bringen den Segen in die Häuser, ins Landratsamt sowie zur Polizei.

Meiningen - „Die Kinder sind sehr motiviert, begeistert und haben schon gefragt, ob sie im nächsten Jahr wieder mitmachen dürfen“, berichtet Christina Günther. Sie ist Mitarbeiterin in der Seelsorge und Verantwortliche für die Sternsingeraktion der Katholischen Gemeinde „St. Marien“ Meiningen.

Seit vier Jahren ist das Sternensingen in Meiningen eine ökumenische Aktion. So war auch eine Gruppe von der evangelischen Kirche mit Christiane Müller-Abt am Sonntag beim Sternensingen dabei. Im Vorjahr konnten die Kinder pandemiebedingt nicht von Haus zu Haus ziehen, in diesem Jahr war dies jedoch wieder möglich, erzählt Günther. Das, was machbar gewesen sei, wurde unter 3G-Bedingungen durchgeführt. Unterstützt wurden die Gruppen von den Eltern, welche die Kids begleiteten. Die Leitidee des diesjährigen 64. Dreikönigssingens ist: „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“.

Die Sternsinger haben zwei Aufgaben: Den Segen in die Häuser zu bringen und Spenden für notleidende Kinder zu sammeln. Die Spenden gehen an das Kindermissionswerk und kommen Projekten in 96 Ländern zugute.

3293,70 Euro gesammelt

Nach Angaben des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ ist die Aktion Dreikönigssingen die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. In den vergangenen 60 Jahren haben die Sternsinger weltweit insgesamt eine Milliarde Euro gesammelt. Im Zuge der diesjährigen Sternensingeraktion wurden in Meiningen, Behrungen und Wolfmannshausen bisher insgesamt 3293,70 Euro gespendet.

Der Aussendungsgottesdienst der Sternsinger fand vergangenen Sonntag, am ersten Sonntag nach Heilige Drei Könige statt. Danach zogen die „Könige“ los. In Wolfmannshausen gingen 16 Kinder aufgeteilt in fünf festen Gruppen durch das Dorf von Haus zu Haus und brachten den Segen für das neue Jahr zu den Menschen.

Zu Tränen gerührt

„Die meisten Erwachsenen erwarten die Sternsinger freudig und helfen gern mit einer Spende. Manche sind zu Tränen gerührt“, schildert Günther das Erlebnis einer der Kinder während der Aktion.

Die Übermittlungen des Segens fanden draußen vor den Türen statt, mit Abstand und Maske, sagt Günther. Der Schriftzug 20 * C + M + B + 22 für „Christus mansionem benedicat“ – Christus segne dieses Haus im Jahr 2022 – wurde ebenso draußen an den jeweiligen Türrahmen angebracht. „Früher hat man den Segen mit Kreide an die Türen geschrieben. Heute verwenden wir Aufkleber, die an den Kunststoffrahmen besser halten“, schildert Günther.

In Behrungen war eine Gruppe Sternsinger unterwegs und warf wie schon im Vorjahr Umschläge in die Briefkästen. In Meiningen konnten Interessierte die Besuche vorab telefonisch bei der Gemeinde anmelden. Laut Günther waren in Meiningen neun Kinder unterwegs und besuchten 20 Familien.

Geplant wurde die Aktion eine Woche vor dem Aussenden. „In der Kirche haben die Kinder mit Abstand geprobt“, berichtet die Seelsorge-Mitarbeiterin. Als Vorbereitung konnten sie sich zu Hause auch einen Film ansehen, in dem der Reporter und Filmproduzent Willi Weitzel zeigt, wie Kindern in Sternsinger-Projekten in Ägypten, in Ghana und im Südsudan geholfen werden kann. Der Film sollte als Beispiel dienen, um zu zeigen, wie Kinder woanders leben und, um zu erklären, wofür sich die Kinder hier vor Ort einsetzen. „Der Film von Willi Weitzel motiviert alle Beteiligten. Uns geht es gut und wir können etwas von unserem Überfluss abgeben“, sagt Günther. Eine Extra-Gruppe besuchte am Dienstagnachmittag auch die Kreisbehörde und die Polizei in Meiningen. Der Empfang zum Dreikönigssingen hat im Landratsamt Schmalkalden-Meiningen Tradition, so auch zum Jahresbeginn 2022 . Die Sternsinger verbreiteten den Segen aufgrund der aktuellen Situation ebenfalls vor dem Landratsamt. Am 17. Januar werden die Kinder noch den Hauptausschuss der Stadt Meiningen im Volkshaus besuchen.

Der übliche Projekttag, an dem die Sternsinger Institutionen, wie das Krankenhaus, die Geriatrie oder Geschäfte in der Meininger Innenstadt besuchen, musste wie im Vorjahr coronabedingt ausfallen.

 

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